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Valer Barna Sabadus
Le belle imagini



Ein Orpheus mit Engelsstimme

Von Joachim Lange

Er ist noch nicht lange im Geschäft, aber genau das, was gerne Shooting-Star genannt wird. Bei den Countern hat sich der gerade mal 28jährige gleich vorne angestellt. Als eine Handvoll der besten Counter-Tenöre der Welt die einst nur für Kastratenstimmen geschriebene und lange vergessene Oper "Artaserse" von Leonardo Vinci 2012 in Nancy dem Vergessen entrissen, war er mit dabei. Sie beschränkten sich nicht auf den furiosen szenischen Auftritt in jener opulent barocken Kostümpracht, zu dem nur die Oper aus der Epoche Händels und Rameaus fähig ist, sondern ließen noch einige konzertante Aufführungen folgen. Es war ein Triumphzug. Spätestens damit war Valer Barna-Sabadus, wie er sich da noch nannte, in aller Munde. Der in Rumänien geborene und in Deutschland aufgewachsene Counter-Tenor hat beim permanenten Wettbewerb um die schönste Stimme seines Fachs die besten Chancen, den Lorbeer einzuheimsen. Es ist natürlich immer ein Quäntchen Geschmacksache mit im Spiel, aber seine Strahlkraft, die Beweglichkeit, das sichere, stets mühelos daherkommende Fließen elektrisieren von Anfang an und machen geradezu süchtig.

Der Wechsel von berührend lyrisch zu imponierend auftrumpfend sind für ihn ebenso wenig ein Problem wie atemberaubende Koloraturen. Nie künstlich, immer kunstvoll ist sein Gesang. Jetzt hat er zusammen mit der Hofkapelle München unter Alessandro de Marchi eine Solo-CD unter dem Titel Le belle Immagini Musik vom vergleichsweise wenig beachteten Jahresjubilar Christoph Willibald Gluck (1714-1787) und von dessen italienischem Zeitgenossen Antonio Saccahini (1730-1786) aufgenommen. Es sind 13 Arienschmuckstücke, die für die Kehle des damals berühmten Kastraten Giuseppe Millico (1737 - 1802) maßgeschneidert waren. Acht davon sind überhaupt jetzt das erste Mal eingespielt worden. Das Sympathische an dieser CD ist die Kombination aus purer Stimmkulinarik und einem gewissen Ausgrabungsehrgeiz. Ganz so wie es Cecilia Bartoli mit ihren aufgestöberten Uraltnovitäten unverdrossen und erfolgreich vormacht.

Zu Gluck hat Sabadus eine besondere Affinität. So hat er schon 2011 den Orfeo gesungen und war auch an der ersten Einspielung von Glucks La Clemenza di Tito (bei deutsche harmonia mundi) beteiligt. Gleich als dritte Nummer der CD klagt natürlich Orfeo sein "Che farò senza Euridice?" Sabadus singt hier die von Gluck 1769 selbst von der ursprünglichen Alt- in die Soprankastraten Lage transponierte Version. Auch die aufgenommenen Arien aus den in Vergessenheit geratenen Reformopern Paride ed Elena (1770) und Semiramide riconosciuta sind eine Referenz an den 300-Jahre-Jubilar Gluck und an den Kastratenstar Giuseppe Millico. Diese CD macht einfach Lust auf mehr!

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Valer Sabadus:
Le belle imagini


Arien aus Opern von Christoph Willibald Gluck (1714-1787) und Antonio Saccahini (1730-1786)

Valer Sabadus, Countertenor
Chor des Bayerischen Rundfunks
Hofkapelle München
Dirigent: Alessandro de Marchi


Titel:

1. Paride ed Elena: Oh, del mio dolce ardor
Le feste d'Apollo, Atto d'Orfeo
2. Overtura
3. Che farò senza Euridice (Aria)
4. Basta, basta, o compagni (Rec.)
5. Ballo (Larghetto)
6. Ah! Se intorno a quest' urna funestra (Coro)
7. Chiamo il mio ben così (Aria)
8. Deh! Placatevi con me (Rec. & Aria)
9. Misero giovane (Coro)
10. Ah, quale incognito (Coro)
11. Ballo (Andante)
12. Che puro ciel, che chiaro sol (Aria)
13. Don Juan ou Le festin de Pierre: Danza degli spettri e delle furie (Allegro non troppo)
14. Don Juan ou Le festin de Pierre: Andante
15. Don Juan ou Le festin de Pierre: Chaconne espagnole
16. Paride ed Elena: Tutto qui mi soprende... Le belle immagini (Rec. & Aria)
17. Il cid: Vieni, o caro amato bene (Rondo)
18. Il cid: Placa lo sdegno o cara (Aria)
19. Il cid: Ecco, o cara nemica... Se pietà tu senti al core (Rec. & Aria)
20. Semiramide riconosciuta: Non saprei qual doppia voce (Aria)

Gesamtspielzeit: 74:14


Sony Classical 88843019242



Weitere Informationen
www.sonyclassical.de
www.valer-sabadus.de





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