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Fantômas
Delirium Cordia



Heart of Darkness für Audio-Freaks

Von Andreas Höflich

Ich will hier ja jetzt gar nicht daher schwafeln von Musik für einen Film, der erst noch gedreht werden muss. Aber was Mike Patton und seine Mannen von Fantômas da auf "Delìrium Còrdia" abliefern klingt doch sehr nach Soundtrack und Horror. Die Plattennadel berührt die schwarze Kautschuk-Scheibe und nach dem ersten Knistern und einigen Samples ergießt sich eine Mischung aus Gregorianik und alt- 70er Jahre Goth-Rock aus den Boxen, der wohl so was von unkommerziell ist, wie man nur sein kann. Dass Mastermind und Ex-Faith No More Sänger Patton dies als seine Art von Ambient Music bezeichnet, ist da nur konsequent. Des einen Entspannung ist des anderen Albtraum.

Mit "Delìrium Còrdia" haben das Kollektiv Fantômas ihr drittes Album unter Ipecac Recordings abgeliefert. Das aus einem Track bestehende gut einstündige Album dürfte wohl gerade wegen seiner Verschrobenheit nur etwas für Hardcore-Fans sein. Einige große Namen, die ihre Dienste dem Horrorfilm angeboten haben, wie z.B. Bernhard Herrman, Ennio Morricone oder direkt John Carpenter lugen da um die Ecke, wenn die tiefsten Bässe und die synthetischen Klaviere ausgepackt werden. Das aus mehreren Stücken zusammengeleimte Opus Magnum im Breitwandformat kommt dabei teilweise nicht nur düster und bedeutungsschwanger sondern auch, wegen des unbedingten Willens um "High-Art", teilweise recht angestrengt daher. Synthesizer- und Sub-Bass-Orgien im Zusammenhang mit Musique Concrete-artigen Soundcollagen sind nicht gerade neu und teilweise auch schon wo anders besser gehört worden. Welcher Film da vertont werden sollte bleibt Pattons Geheimnis. Die Beschreibung von Fantômas' Musik als "uneasy listening" trifft die Sache aber trotzdem recht gut. Was da aus Samples und "hergestellter" Musik zusammengebastelt wurde, ist mehr als nur eine prätentiöse Klangcollage. Die Reise durch die seelischen Badlands der Protagonisten hinterlassen jenseits aller Abgeklärtheit eine verstörenden Eindruck. Als advice für den geneigten Hörer bleibt nur der Rat: "Don't try this alone at home".


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Cover



Fantômas: "Delìrium Còrdia"

©2003 Ipecac Records
IPC-45

Fantômas:

Mike Patton: Vocals, etc.
Buzz Osborne: Guitar, etc.
Dave Lombardo: Drums, etc.
Trevor Dunn: Bass, etc.




Track Listing:

1. Delìrium Còrdia



Da capo al Fine

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