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Rock - Pop
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isis
un project de guy chambers & sophie hunter





Gratwanderung zwischen Chanson und Pop

Von Stefan Schmöe

Guy Chambers ist lange Zeit der Mann hinter den großen Stars gewesen: Für Robbie Williams hat er ebenso einige der besten und erfolgreichsten Songs geschrieben („Angels“, „Feel“) wie für Kylie Minogue, hat für Andrea Bocelli komponiert wie für Melanie C. oder James Blunt. Im vorigen Herbst ist er mit einem ambitionierten Album unter eigenem Namen hervorgetreten: isis – un project de guy chambers & sophie hunter. Eine Auskopplung „Les Heures où je m'éclipse“ ist derzeit häufig im Radio zu hören – ein Anlass, sich intensiver mit dem Album zu beschäftigen.

isis ist eine Hommage an Chambers' Tochter Isis, der das Album gewidmet ist und deren Geburt im Jahr 2000 den Anlass für die ersten Songs gab. Daraus ist schlie▀lich ein regelrechter Liederzyklus mit 12 sehr persönlichen Songs (davon einer instrumental, ein „Lied ohne Worte“) geworden. Die französischen Texte hat Karen Ann Zeidel geschrieben, und inhaltlich beschreiben sie in Andeutungen Stationen im Leben einer Frau – vom Kindsein über die Liebe bis zur Rückschau angesichts des nahenden Todes. Ein Manko der CD ist sicher, dass die Texte nur in französischer Sprache abgedruckt sind – angesichts des schön designten Aufmachung nachvollziehbar, aber zumindest auf der begleitenden Website wäre eine Übersetzung zumindest ins Englische hilfreich, denn neben den musikalischen Qualitäten ist die inhaltliche Dimension ein wesentlicher Aspekt, gerade weil die Songs mehr sind als nur eine CD-füllende Aneinanderreihung.

Nicht nur der Sprache wegen ist isis ein durch und durch französisches Album geworden (wobei der einzigartige Klang des Französischen auch musikalisch prägend ist), denn Chambers trifft ideal eine Mischung zwischen Schlager und Chanson. Scheinbar mühelos schüttelt er schöne melodische Einfälle aus dem Ärmel, und ist sich der klassischen (und barocken) Wurzeln seiner Musik sehr bewusst. Geradezu ideal für diese Musik ist die sanfte, dabei durchaus substanzvolle Stimme von Sophie Hunter. Die Wirkung etwa des schon genannten „Les Heures où je m'éclipse“ besteht aus der Spannung zwischen der mit aller Schlagerüppigkeit auftrumpfenden Instrumentalbegeleitung und dem fast zerbrechlichen Gesang. Die Stimme fängt in ihrer Zartheit den mitunter durchaus opernhaften Pomp auf, den Chambers ein wenig zu üppig einsteuert.

Was man dem Album vorwerfen kann, ist eine gewisse Glätte: Angesichts des „privaten“ Themas hätte Chambers ruhig mehr und mutiger experimentieren dürfen (in „La Muscade“ mit einem angedeuteten Verhör gibt es überzeugende Ansätze). Auch wirkt die Instrumentalbegleitung ein wenig steril, da schwappt zu viel unverbindlicher Pop herüber. Das Schlagzeug etwa müsste eigenständiger sein, nicht nur Erfüllungsgehilfe – da mag sich das Fehlen einer eingespielten, bühnensturmerprobten Band bemerkbar machen. Insgesamt also etwas viel routinierter Wohlfühl-Sound. Das mindert ein wenig die Qualität dieses trotzdem hörenswerten Albums.


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isis
un project de guy chambers & sophie hunter


Track List:

1. Chère Isis 3:24
2. Les Amants d'Edimbourg 4:25
3. Poussières d?'étoiles 3:36
4. Les Heures où je m'éclipse 4:04
5. L'onde Amère 3:03
6. La Muscade 4:40
7. Belle Journée Pure Ne Rien Faire 4:05
8. Fleur de Mai (Instrumental) 2:35
9. Pas le Même Lieu, Ni le Même Heure 3:27
10. La Palissade Dans La Baie 4:49
11. Compte à Rebours 4:36
12. Les Soleils de Minuit 5:15

Gesamtspielzeit: 48:07

© 2006 SleeperRecordings
Vertrieb in Deutschland durch
ministry of sound

Weitere Informationen unter:
www.theisisproject.co.uk/
www.guychambers.com/
www.ministryofsound.de/




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