Zur OMM-Homepage Zur OMM-Homepage Veranstaltungen & Kritiken
Musikfestspiele
Zur OMM-Homepage Zur Festspiel-Startseite E-Mail Impressum



Salzburger Pfingstfestspiele 2014

05.06.2014 - 09.06.2014


Von Thomas Molke

Nachdem Cecilia Bartoli als künstlerische Leiterin ihre ersten Pfingstfestspiele der ägyptischen Königin Cleopatra, einer der berühmtesten Frauen der Antike, gewidmet und die zweiten Pfingstfestspiele unter das Thema "Opfer" gestellt hatte, hat sie für 2014 ein Programm zusammengestellt, das einen Komponisten in den Mittelpunkt stellt, der für Bartolis Karriere von ganz besonderer Bedeutung gewesen sein dürfte: Gioachino Rossini. Unter dem Titel "Rossinissimo!" steht die Mozart-Stadt Salzburg mit drei Opern, einer großen Gala mit anschließendem Diner à la Rossini, zwei Messen, einem Arienabend und zwei Matineen über die Pfingsttage ganz im Zeichen des Schwans von Pesaro.

Den Anfang macht dabei eine Oper, die man in fast schon legendären Inszenierungen automatisch mit Cecilia Bartoli oder Joyce DiDonato in Verbindung bringt: La Cenerentola. Zum einen war es Bartolis unermüdlichem Einsatz und ihrer unglaublichen Überzeugungskraft zu verdanken, dass dieses Werk im letzten Jahrhundert zum ersten Mal den Weg auf den Spielplan der Metropolitan Opera fand. Zum anderen soll Luciano Pavarotti bei einer Orchesterprobe nach dem Schlussrondo ausgerufen haben, dass der Triumph bei dieser Oper nicht der Güte, sondern der Bartoli als Interpretin gebühre. Selbstverständlich lässt es sich Bartoli auch in der Salzburger Neuinszenierung nicht nehmen, erneut in die Paraderolle der Angelina zu schlüpfen. An ihrer Seite sind Javier Camarena als Don Ramiro, Nicola Alaimo als Ramiros Diener Dandini und Enzo Capuano als Don Magnifico zu erleben. Musikalisch begleitet wird diese Produktion von dem Ensemble Matheus unter der Leitung von Jean-Christophe Spinosi. Für die Inszenierung zeichnet Damiano Michieletto verantwortlich, der sich beim Rossini Opera Festival in Pesaro in den letzten Jahren bereits häufig mit Rossinis Opern szenisch auseinandergesetzt hat. (Termine: 5. und 7. Juni 2014 im Haus für Mozart um jeweils 19.00 Uhr und weitere Aufführungen im Rahmen der Festspiele im Sommer 2014)

Auch in der zweiten Opernproduktion wird Bartoli die weibliche Hauptrolle übernehmen. Nach dem Dramma giocoso gibt es Rossinis ernste Oper Otello in einer Inszenierung des Erfolgs-Duos Moshe Leiser und Patrice Caurier, mit denen Bartoli schon in den vergangenen Jahren bei den Pfingstfestspielen Händels Giulio Cesare und Bellinis Norma erarbeitet hat. Letztere Produktion wurde übrigens von einer internationalen Jury im Rahmen der "International Opera Awards" als "Beste Neuproduktion des Jahres 2013" ausgezeichnet. Die diesjährige Inszenierung erlebte allerdings bereits in einer anderen Besetzung ihre Premiere an der Vlaamse Opera Antwerpen und war im April im Théâtre des Champs-Élysées in Paris, dieses Mal mit der Bartoli, zu erleben. An Bartolis Seite stehen in der Titelpartie John Osborn, Barry Banks als Jago, Edgardo Rocha als Rodrigo Peter Kálmán als Elmiro. Die musikalische Leitung übernimmt wie in der anderen diesjährigen Opernproduktion Jean-Christophe Spinosi mit dem Ensemble Matheus. (Termin: 9. Juni 2014 um 19.00 Uhr im Großen Festspielhaus)

Die dritte Opernproduktion findet im Marionettentheater statt. Hier wird Il barbiere di Siviglia in einer Inszenierung aus dem Jahr 1971 für die Pfingstfestspiele neu einstudiert. Zur musikalischen Untermalung des Puppenspiels wird eine Aufnahme aus dem Jahr 1989 verwendet, in der Bartoli in der Partie der Rosina und Leo Nucci in der Titelrolle zu hören sind. Die musikalische Leitung des Orchestra del Teatro Comunale di Bologna übernahm damals Giuseppe Patanè. (Termine: 6., 7. und 8. Juni 2014 jeweils um 15.00 Uhr im Marionettentheater)

Einen besonderen Höhepunkt dürfte die große Rossini-Gala am 8. Juni 2014 um 20.00 Uhr im Großen Festspielhaus darstellen. Mit Agnes Baltsa, Teresa Berganza, Montserrat Caballé, Vesselina Kasarova, Montserrat Marti, Ildebrando d'Arcangelo, Javier Camarena, José Carreras, Carlos Chausson, Alessandro Corbelli, Leo Nucci, Michele Pertusi, Ruggero Raimondi und Erwin Schrott hat Bartoli so ziemlich alles versammelt, was in der Opernwelt Rang und Namen hat, um mit beliebten Arien und Ensembles von Rossini die Kinderseelenhilfe Pro Mente Salzburg finanzkräftig zu unterstützen. Musikalisch begleitet wird der Abend vom Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Ádám Fischer. Im Anschluss kann man sich dann ab 22.45 Uhr im Karl-Böhm-Saal kulinarisch vom renommierten Restaurant Arzak aus San Sebastián verwöhnen lassen.

Auch für Rossinis Stabat mater, das mit Verdis Libera me kombiniert wird, konnte mit Krassimira Stoyanova, Elīna Garanča, Piotr Beczala und Erwin Schrott eine hochkarätige Solisten-Besetzung engagiert werden, die das Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der Leitung von Antonio Pappano und den Coro dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der Leitung von Ciro Visco begleiten. (Termin: 8. Juni 2014 im Großen Festspielhaus)

Der Coro dell' Accademia Nazionale di Santa Cecilia wird dann auch von Antonio Pappano und Ciro Visco bei Rossinis Petite messe solennnelle geleitet und am Klavier beziehungsweise am Harmonium begleitet. Als Solisten sind Eva Mei, Vesselina Kasarova, Lawrence Brownlee und Michele Pertusi zu erleben. (Termin: 8. Juni 2014 um 17.00 Uhr im Großen Saal der Stiftung Mozarteum)

 Im Großen Saal der Stiftung Mozarteum finden außerdem folgende Veranstaltungen statt:
- Franco Fagioli präsentiert mit I Barocchisti unter der Leitung von Diego Fasolis unter anderem Arien aus Rossinis Oper Aureliano in Palmira und Meyerbeers Il crociato in Egitto, die für den Kastraten Giambattista Velluti komponiert wurden. (Termin: 6. Juni 2014 um 19.30 Uhr)
- Kompositionen für Klavier von Rossini, Liszt, Mozart und Bach sind mit dem Pianisten David Fray zu erleben. (Termin: 7. Juni 2014 um 11.00 Uhr)
- Joyce DiDonato reist mit Liedern von Rossini, Schubert, Schumann und anderen an, mit denen sie bereits vor zwei Jahren bei den Münchner Opernfestspielen im Prinzregententheater bei einem Festspiel-Liederabend das Publikum begeisterte (siehe auch unsere Rezension). (Termin: 9. Juni 2014 um 11.00 Uhr)

Des Weiteren dürfte auch im Kino die italienische biographische Verfilmung Rossini! Rossini! in der Regie des 2010 verstorbenen Mario Monicelli mit Philippe Noiret als Rossini und Jacqueline Bisset als Isabella Colbran nicht nur für Rossini-Fans interessant sein.

Das komplette Programm ist unter Salzburger Pfingstfestspiele abrufbar.

 

 

 

Homepage

 

 

Rezensionen:

 

 

La Cenerentola



Da capo al Fine

Zur OMM-Homepage Zur Festspiel-Startseite E-Mail Impressum

© 2014 - Online Musik Magazin
http://www.omm.de

- Fine -