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Tiroler Festspiele Erl Sommer

06.07.2017 - 30.07.2017


Von Thomas Molke / Fotos von Peter Kitzbichler

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Das neue Festspielhaus

Es gibt etwas zu feiern im beschaulichen österreichischen Städtchen Erl nahe der deutschen Grenze. Zum mittlerweile 20. Mal seit 1998 locken die Tiroler Festspiele Opern- und Konzertliebhaber aus nah und fern in die Berge. In den vergangenen Jahren hat man sich vor allem dem Opernschaffen Richard Wagners gewidmet, so dass zahlreiche Wagnerianer auf ihrem Weg nach Bayreuth häufig vorher einen Abstecher nach Erl gemacht haben und, zumindest mit Blick auf die szenische Umsetzung, mit den Produktionen oft weitaus glücklicher gewesen sein sollen als mit dem, was ihnen dann in Bayreuth geboten wurde. Einen großen Verdienst daran dürfte der künstlerische Leiter und Begründer der Festspiele, Gustav Kuhn, für sich in Anspruch nehmen, da er bei den zahlreichen Wagner-Aufführungen nicht nur als musikalischer Leiter fungiert, sondern auch für die Inszenierungen selbst verantwortlich zeichnet. Nachdem er 2004 den ersten Ring-Zyklus abgeschlossen hatte, gab es 2005 erstmals den sogenannten 24-Stunden-Ring, der die komplette Tetralogie über ein Wochenende verteilt zeigte. Dieses Projekt erregte solches Aufsehen, dass Dr. Hans Peter Haselsteiner nicht nur im gleichen Jahr die Präsidentschaft der Tiroler Festspiele Erl übernahm, sondern sich gleichzeitig auch noch für den Bau des neuen Festspielhauses einsetzte, das am 26. Dezember 2012 direkt neben dem Passionsspielhaus festlich eingeweiht werden konnte. Dort werden im Dezember 2017 die seitdem stattfindenden Winterfestspiele bereits ihr fünfjähriges Jubiläum feiern.

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Panoramablick auf das Passionsspielhaus (links) und das neue Festspielhaus (rechts)

Nachdem im Sommer 2016 Gioacchino Rossinis letzte Oper Guillaume Tell auf dem Programm stand und bei den Winterfestspielen seine komische Oper L'italiana in Algeri Premiere gefeiert hat, ist als erste Opernproduktion der Sommerfestspiele am 7. Juli 2017 um 18.00 Uhr im Festspielhaus seine letzte Opera seria für Italien zu erleben: Semiramide. Das Werk um die berühmt berüchtigte assyrische Königin Semiramis, die sich nach dem Mord an ihrem Gatten Ninus in ihren totgeglaubten Sohn verliebt, der als junger Anführer Arsace für ihr Reich kämpft, zählte im 19. Jahrhundert zu den berühmtesten Werken des Pesaresen und wurde so häufig wie kein anderes seiner Werke gespielt. Während die musikalische Leitung des Orchesters der Tiroler Festspiele Erl in den Händen von Gustav Kuhn liegt, entsteht die Inszenierung als Gemeinschaftsarbeit der Künstlergruppe "Furore di Montegral". Die Solisten sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Accademia di Montegral, die Kuhn 1987 in Italien gegründet und 1993 und 1994 durch weitere Institute in Deutschland und Japan erweitert hat und deren Aufgabe in der Förderung und beruflichen Weiterentwicklung junger Künstlerinnen und Künstler besteht. (Weiterer Termin: 21. Juli 2017 um 18.00 Uhr)

Als zweite Opernproduktion kehrt am 8. Juli 2017 Wagners Lohengrin ins Passionsspielhaus zurück. Die Inszenierung von Gustav Kuhn konnte bei der Premiere 2012 einen so großen Erfolg erzielen, dass man sich entschieden hat, diese Produktion in diesem Jahr wieder auf den Spielplan zu stellen. (Weiterer Termin: 29. Juli 2017 um 18.00 Uhr)

Natürlich darf auch der mittlerweile schon legendäre Ring des Nibelungen in der Inszenierung von Gustav Kuhn nicht fehlen, der als 24-Stunden-Ring 2005 Festspielgeschichte schrieb und 2014 als HPH-24-Stunden-Ring wieder aufgenommen wurde (siehe auch unsere Rezension zu Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung von 2014). An vier aufeinander folgenden Tagen ist die komplette Tetralogie vom 13. Juli bis zum 16. Juli 2017 im Passionsspielhaus erneut mit Sängerinnen und Sängern der Accademia di Montegral zu erleben. Die 2014 als Einstimmung auf den Ring konzipierte Leitmotiv-Revue Ring-Session von Angelo di Montegral (siehe auch unsere Rezension von 2014) steht auch 2017 wieder auf dem Programm. In einer Matinee am 16. Juli 2017 um 11.00 Uhr präsentieren Eduardo Javier Maffei am Saxophon, Filippo Machiarelli am E-Bass, Alessandro Altarocca am Klavier und Enrico Montanaro am Schlagwerk gemeinsam mit der Chorakademie der Tiroler Festspiele Erl unter der musikalischen Leitung von Thomas J. Mandl den Streifzug durch Wagners Ring-Motive.

Als letzte Opernproduktion gibt es am 22. Juli 2017 um 19.00 Uhr im Festspielhaus eine Wiederaufnahme von Mozarts Die Zauberflöte in der Inszenierung der Künstlergruppe "Furore di Montegral" aus dem Jahr 2010. Die musikalische Leitung übernimmt hierbei Beomseok Yi.

Hinzu kommen noch zahlreiche weitere Konzerte und Kammermusikveranstaltungen, die einen weiten Bogen von klassischer bis zu zeitgenössischer Musik spannen. Eingerahmt werden die Festspiele von einem Eröffnungskonzert am 6. Juli 2017 um 19.00 Uhr im Festspielhaus mit Ludwig van Beethovens Ouvertüre zu Coriolan und seinen beiden Symphonien Nr. 4 B-Dur und Nr. 5 c-Moll, der sogenannten Schicksalssinfonie, am 30. Juli 2017 um 11.00 Uhr im Festspielhaus. Das komplette Festspielprogramm finden Sie hier.

 

 

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Semiramide

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