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Salzburger Pfingstfestspiele 2017

02.06.2017 - 05.06.2017


Von Thomas Molke

Zum mittlerweile sechsten Mal finden die Salzburger Pfingstfestspiele unter der künstlerischen Leitung von Cecilia Bartoli statt, und der große Erfolg der letzten Jahre, in denen Bartoli unter anderem das Genre des klassischen Balletts als festen Bestandteil integriert hat, belegt, dass ihr Konzept aufgeht. Nachdem ihr Vertrag bereits im letzten Jahr bis 2021 verlängert worden ist, begibt sie sich in diesem Jahr thematisch über die stürmische See nach Schottland, wobei die ausgewählten Werke in eine mythische, romantische Zauberwelt entführen. Und natürlich lässt es sich Bartoli wie in den Vorjahren nicht nehmen, ins Zentrum der Festspiele ein Werk zu stellen, in dem sie selbst als Solistin auftritt.

Nachdem sie sich in den letzten Jahren mit Cleopatra, Norma, Cenerentola und Iphigénie großen Opernheroinen gewidmet und im vergangenen Jahr sogar einen Ausflug ins Musical mit Maria in der West Side Story gemacht hat, schlüpft sie dieses Mal in eine Hosenrolle und eröffnet die Pfingstfestspiele mit Händels Ariodante. Dieses Dramma per musica, mit dem Händel 1735 am zwei Jahre zuvor eröffneten Theatre Royal in Covent Garden die Gunst des englischen Publikums, das nicht zuletzt bedingt durch massive Konkurrenz allmählich die Begeisterung an der italienischen Oper verlor, zu gewinnen versuchte, behandelt einen Nebenstrang aus Ariosts Ritterroman Orlando furioso, der mit den eigentlichen Hauptfiguren, den beiden Paladinen Ruggiero und Orlando, nichts zu tun hat. Stattdessen spielt er in Schottland, wo sich Ariodante, ein Vasall des Königs, in dessen Tochter Ginevra verliebt. Doch Polinesso, der Herzog von Albany, ist ebenfalls in Ginevra verliebt und plant eine tödliche Intrige. In der Inszenierung von Christof Loy sind neben Bartoli Kathryn Lewek als Ginevra, Christophe Dumaux als Herzog von Albany, Sandrine Piau als Dalinda und Norman Reinhardt als Ariodantes Bruder Lurcanio zu erleben. Die musikalische Leitung des Orchesters Les Musiciens du Prince aus Monaco liegt in den Händen von Diego Fasolis. (Termine: 2. Juni 2017 um 19.00 Uhr und 5. Juni 2017 um 15.00 Uhr im Haus für Mozart)

Als konzertante Aufführung gibt es dann am 4. Juni 2017 um 19.00 Uhr im Haus für Mozart Rossinis Melodramma La donna del lago nach dem Versepos The Lady of the Lake von Sir Walter Scott. Dieses Werk leitete eine Blütezeit für die Vertonung von Opern mit schottischen Sujets ein. Neben Bartoli in der Titelpartie der Elena sind Edgardo Rocha als Giacomo V. und Vivica Genaux in der Hosenrolle des Malcolm zu erleben. Musikalisch begleitet wird die konzertante Aufführung erneut von Les Musiciens du Prince aus Monaco unter der Leitung von Diego Fasolis.

Auch das diesjährige Handlungsballett erzählt eine Geschichte aus dem schottischen Hochland. Nach 2013 ist erneut das Ballett des Mariinski-Theaters aus Sankt Petersburg als Gast zu erleben. Im Großen Festspielhaus gibt es am 3. Juni 2017 um 20.00 Uhr La Sylphide mit der Musik von Herman von Lovenskjøld. Elsa Marianne von Rosen choreographiert nach der auf Filippo Taglioni basierenden Neufassung von August Bournonville die Geschichte um das Fabelwesen Sylphide, die einen jungen Sterblichen zunächst verzaubert und dann an der Liebe zu ihm vergeht. Musikalisch begleitet wird der Abend vom Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Vladimir Ovsianikov.

Ergänzt wird das Programm durch ein Orchesterkonzert am 3. Juni 2017 um 15.00 Uhr im Festspielhaus, bei dem Felix Mendelssohn Bartholdys Hebriden und Schottische Symphonie Auszüge aus Wagners Der fliegende Holländer und Verdis Macbeth einrahmen. Als Solisten sind Bryn Terfel als Macbeth und Holländer und Tatiana Serjan als Lady Macbeth zu erleben. Antonio Pappano leitet das Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia.

Am 4. Juni 2017 feiert dann Anne-Sophie Mutter ihr 40-jähriges Jubiläum bei den Salzburger Pfingstfestspielen, wo sie 1977 mit 13 Jahren unter der Leitung von Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern debütierte. Mit Mutter's Virtuosi präsentiert sie unter anderem Le quattro stagioni von Antonio Vivaldi.

Am 5. Juni 2017 gibt es dann noch um 11.00 Uhr im Großen Saal der Stiftung Mozarteum eine Matinee mit dem Countertenor Max Emanuel Cencic, der Arien von Nicola Antonio Porpora, Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel aus Vertonungen des Versepos Orlando furioso von Ludovico Ariosto präsentiert. Begleitet wird er von dem Ensemble Armonia Atenea unter der Leitung von George Petrou.

Das komplette Programm ist unter Salzburger Pfingstfestspiele abrufbar.

 

 

 

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Rezensionen:

 

 

Ariodante

La Sylphide

La donna del lago

Max Emanuel Cencic



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