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Musikfestspiele
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Neuburger Kammeroper
21.07.2018 - 29.07.2018


Von Thomas Molke

Während in München die Münchner Opernfestspiele das Ende der Theaterspielzeit in der bayerischen Metropole einleiten und die Politprominenz schon voller Spannung auf die am 25. Juli beginnenden Bayreuther Festspiele blickt, feiert in Neuburg an der Donau ein kleines, aber feines Festival sein 50-jähriges Jubiläum und lädt mit absoluten Opernraritäten, die eine willkommene Abwechslung zu Wagner und Co. bieten, in das hübsche Biedermeier-Theater im Zentrum der historischen Altstadt ein.

Blick auf die Bühne des Biedermeier-Theaters

Zu verdanken ist dieses jährliche Ereignis dem unermüdlichen Einsatz des in Neuburg aufgewachsenen Opernsängers und Regisseurs Horst Vladar, der 1969 mit Freunden zur Wiedereröffnung des Biedermeier-Theaters die Neuburger Kammeroper gründete, um in diesem Theater-Juwel auch Werke des Musiktheaters zu präsentieren. Dass sich daraus eine jährliche Tradition entwickelte, die mittlerweile, ermöglicht durch die Unterstützung der Stadt und des Landkreises und einiger unverzichtbarer Sponsoren, pro Jahr eine Eigenproduktion zur Aufführung bringt, hatte er damals bestimmt nicht zu träumen gewagt. Mit großem Einsatz schaffen es jedes Jahr neben den Gesangssolisten und dem künstlerischen Führungsteam vor allem begeisterte Amateure im Bereich des Orchesters, der Technik und Verwaltung, dass dieses Festival sich auch über die Region zu einem Geheimtipp entwickelt hat.

Blick in den Zuschauerraum des Biedermeier-Theaters

Während häufig Raritäten italienischer und französischer Komponisten auf dem Spielplan stehen, für die Annette und Horst Vladar eine deutsche Übersetzung für die Neuburger Kammeroper einrichten, ist in diesem Jahr die Wahl auf einen deutschen Komponisten der Romantik gefallen, der allgemein als wichtiges Bindeglied zwischen den Werken Carl Maria von Webers und Richard Wagners gilt: Heinrich Marschner. Seinen Durchbruch erzielte er 1828 mit Der Vampyr, seinem heute vielleicht noch berühmtesten Werk. Einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzt vielleicht auch noch seine romantische Oper Hans Heiling, die als Schlüsselwerk der deutschen romantischen Oper gilt und im Februar noch im Aalto-Theater Essen auf dem Spielplan stand. Für die Neuburger Kammeroper hat Vladar nun die komische Oper Der Bäbu ausgewählt, die 1838 mit großem Erfolg in Hannover uraufgeführt wurde, dann jedoch sehr schnell in Vergessenheit geriet. Erzählt wird die Geschichte eines gerissenen Gauners und Betrügers, der sich als selbstgefälliger Guru und Yogalehrer zunächst den Besitz des adligen Ali aneignet und dann auch noch dessen Tochter Ranijana erobern will, die jedoch dem englischen Captain Forester die Treue geschworen hat.

Die Titelpartie des Bäbu übernimmt Stephan Hönig, der hier zuletzt 2015 in den beiden Einaktern Schlaukopf und Dickschädel von Marcello Bernardini und Der Hitzkopf von Ferdinand Paër zu erleben war. Als Captain Henry Forester kehrt Karsten Münster an die Kammeroper zurück. Seine englische Verlobte Eva wird von Laura Faig interpretiert, die im letzten Jahr in Neuburg in den beiden Einaktern Arzt wider Willen und Alles verhext?! von Francesco Gardi zu erleben war. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Ulrike Johanna Jöris als Gouverneursgattin, die zuletzt 2013 in den beiden Einaktern Eifersucht von Sophie Gail und So ein Glück von Adolphe Adam auftrat. Alessia Schumacher gibt ihr Neuburger Debüt als Ranijana. Natürlich dürfen auch Joachim Herrmann und Michael Hoffmann nicht fehlen. Herrmann wird als Ranijanas Vater Ali für komische Momente sorgen, Hoffmann als Vertrauter des Bäbu. Die Premiere findet am 21. Juli 2018 statt. Weitere Aufführungen folgen am 22., 27., 28. und 29. Juli 2018 jeweils um 20.00 Uhr.

Karten und weitere Informationen gibt es unter www.neuburger-kammeroper.de.

 

 

 

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Rezensionen:

Der Bäbu



Da capo al Fine

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