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Musikfestspiele
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44. Tage Alter Musik in Herne

14.11.2019 - 17.11.2019


Von Thomas Molke und Ingo Negwer

Zum 44. Mal finden in diesem Jahr im November an einem verlängerten Wochenende die Tage der Alten Musik in Herne statt, die von der Stadt gemeinsam mit dem Kulturradio WDR 3 ausgerichtet werden. Als 1976 der damalige Kulturdezernent der Stadt Herne, Joachim Hengelhaupt, die Idee hatte, eine Ausstellung von Musikinstrumenten für das Repertoire der Alten Musik mit Konzerten in historischer Aufführungspraxis zu verknüpfen, hat wohl niemand damit gerechnet, dass sich daraus einmal ein Musikfestival der Begegnungen entwickeln würde, bei dem Künstler aus Europa zusammenkommen und sich in den Dienst der Alten Musik stellen. Der künstlerische Leiter des Festivals, Dr. Richard Lorber, hat in diesem Jahr die Tage unter das Thema "Verstehen - Verwirren" gestellt und durchleuchtet in zehn Konzerten die Formen musikalischer Kommunikation vom Mittelalter bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Einen Höhepunkt dürfte dabei Claude Debussys Oper Pelléas et Mélisande in einer Kammerversion von Marius Constant im Kulturzentrum Herne darstellen. Zur Zeit Debussys waren Salon-Aufführungen weit verbreitet, und Debussy, der die Öffentlichkeit scheute, spielte während der Entstehung seiner Oper immer wieder Fragmente daraus seinem Freundeskreis vor. An zwei originalen Blüthner-Flügeln fangen die beiden Pianisten Jan Michiels und Inge Spinette die experimentelle Atmosphäre anno 1902 ein und lassen mit sechs Singstimmen das Werk in einem ganz neuen Licht erscheinen. (Termin: 15. November 2019 um 20.00 Uhr)

In der Kreuzkirche erklingt dann zwei Tage später um 16.00 Uhr das Requiem Es-Dur von Niccolò Jommelli. Gewidmet war diese Komposition der 1756 verstorbenen Mutter des katholischen Herzogs Carl Eugen, Maria Augusta von Württemberg. Der Herzog nutzte diese Trauermusik als regelrechte Konfessionspropaganda, da es ihm eigentlich im evangelischen Württemberg verboten war, die katholische Kirchenmusik über den Rahmen des Hofgottesdienstes hinaus aufführen zu lassen. Das opernhafte Werk hinterließ einen so großen Eindruck, dass es bald in ganz Europa aufgeführt wurde. Als Solisten sind die Sopranistin Sandrine Piau, der Countertenor Carlo Vistoli, der Tenor Raffaele Giordani und der Bass Salvo Vitale zu erleben. Der Chor und das Orchester Ghislieri werden von Giulio Prandi geleitet. (Termin: 17. November 2019)

Den Abschluss bildet dann die konzertante Aufführung der Ballettoper Les Voyages de l'Amour von Joseph Bodin de Boismoitier, die 1736 in Paris ihre Uraufführung erlebte. Hierbei handelt es sich um das erste Bühnenwerk des Komponisten, in dem er eine leicht italienisch angehauchte Mischung aus Tragédie lyrique, Comédie-ballet, Opéra-ballet und Pastorale zusammenstellt. Erzählt wird von den turbulenten Reisen des Liebesgottes Amor durch Raum und Zeit. In Kooperation mit dem Centre de Musique Baroque Versailles ist dieses Werk erstmals nach 283 Jahren wieder zu erleben. Györgi Vashegyi leitet des ungarische Orfeo Orchestra und den Purcell Choir. (Termin: 17. November 2019 um 19.00 Uhr im Kulturzentrum Herne)

Eine Übersicht über die übrigen Konzerte, die live oder zeitversetzt ebenfalls im WDR 3 übertragen werden, finden Sie hier.

 

 

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unsere Rezensionen:

 

 

Pelléas et Mélisande

Requiem Es-Dur (Niccolò Jommelli)

Les Voyages de l'Amour

Konzerte



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