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Musikfestspiele
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Osterfestspiele 2023
der Berliner Philharmoniker in Baden Baden

1. April 2023 bis 10. April 2023

im Festspielhaus Baden-Baden

Homepage
Festspielhaus Baden-Baden
(Homepage)

Die Osterfestspiele 2023 kommen mit reichhaltigem Programm -
bleiben aber nicht auf Dauer in Baden-Baden
 

Bericht und Kommentar von Christoph Wurzel / Fotos: © Monika Rittershaus und Christoph Wurzel

Mit einem Paukenschlag eröffnete die Intendanz des Festspielhauses Baden-Baden das neue Jahr. Die Berliner Philharmoniker ziehen sich mit den Osterfestspielen ab 2026 aus Baden-Baden zurück.

Mit Vorfreude kann Baden-Baden allerdings erst einmal auf das Programm der Osterfestspiele dieses Jahres blicken. Es bringt in der bewährten Programmstruktur an den zehn Tagen vom 1. bis 10. April eine Opernproduktion, vier Sinfoniekonzerte und zahlreiche Kammermusikaufführungen.

Auch in diesem Jahr zieht sich ein Roter Faden als Motto durch alle Programme: Die Musik in Wien um 1900 und Die Frau ohne Schatten, jene Oper von Richard Strauss, die 1919 an der dortigen Hofoper uraufgeführt wurde. In der Regie von Lydia Steier und unter der Leitung von Kirill Petrenko ist die Oper dreimal im Festspielhaus zu sehen (1., 5. und 9.April). Als hochkarätige Besetzung sind aktuell angekündigt: Clay Hilley (Kaiser), Elza van den Heever (Kaiserin), Miina-Liisa Värelä (Färberin), Michaela Schuster (Amme) und Wolfgang Koch (Barak).

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Die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko bei früheren Osterfestspielen in Baden-Baden (Foto: Monika Rittershaus)

Chefdirigent Kirill Petrenko wird zwei der Sinfoniekonzerte leiten: am 3. April ein Programm mit Beethovens 8. Sinfonie, den Haydn-Variationen von Brahms sowie den Orchestervariationen von Schönberg, seinem ersten zwölftönigen Werk. Am Karfreitag, dem 7. April dirigiert Petrenko ein reines Strauss-Programm mit den Vier letzten Liedern (Solistin: Diana Damrau) und der Tondichtung Ein Heldenleben. Zuvor ist Daniel Harding beim Sinfoniekonzert am 2. April der Dirigent mit der 5. Sinfonie von Gustav Mahler sowie Schönbergs frühen 5 Orchesterstücken op. 16. Historisch aus dem Rahmen fällt, allerdings passend zum Ostersamstag (8. April) Händels Oratorium Il Trionfo del Tempo e del Disinganno, das von der Barockspezialistin Emmanuelle Haïm  dirigiert wird. Die angekündigten Solistinnen und Solisten sind: Elsa Benoit als Bellezza, Franco Fagioli als Piacere, Anicio Zorzi Giustiniani singt Tempo und Iestyn Davis wird als Disinganno zu hören sein.

Die zahlreichen (insgesamt 13) Konzerte mit Kammermusik werden wieder von Solistinnen und Solisten der Berliner Philharmoniker gemeinsam mit einigen Gästen, die sich zu unterschiedlichen Formationen zusammengefunden haben, bestritten. Hierfür stehen traditionell die schönsten Säle der Stadt zur Verfügung, die mit ihrem Belle-Epoque-Charme mittlerweile zum Weltkulturerbe erhoben worden ist. Hier wird auch Musik von Richard Strauss geboten, etwa sein Streichquartett und das Klavierquartett oder ein Abend im Theater Baden-Baden mit dem Titel "Richard und die Frauen". Aber auch "Neutöner" wie Hanns Eisler, Erwin Schulhoff oder Paul Hindemith finden sich auf den Programmen. Auch Komponisten jüngerer Generationen wie Mieczysław Weinberg oder György Ligeti sind vertreten.

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So machte bisher Baden-Baden Lust auf den Frühling mit Musik: Blumentaschen überall in der Innenstadt (Foto: Christoph Wurzel)

Was schon längere Zeit vermutet wurde, wird nun Wirklichkeit: Die Berliner Philharmoniker gehen zu den Osterfestspielen back to the roots nach Salzburg zurück, wo sie 1967 von Herbert von Karajan gegründet wurden und woher sie nach einem Finanzskandal innerhalb der kaufmännischen Leitung vor zehn Jahren nach Baden-Baden abgewandert waren. Für die Kurstadt an der Oos waren dies glückliche Jahre und es hieß immer, wie wohl sich die Philharmoniker hier gefühlt hätten. Die Osterfestspiele waren in diesen Jahren das Flaggschiff inmitten des im übrigen auch hochkarätigen Angebots des Festspielhauses. Aber gerade die Vielfalt hinsichtlich der Programme wie auch der Aufführungsorte machen den Reiz dieser Festspielkonzeption aus. Vor allem auch die preislich erschwinglichen Kammerkonzerte waren beim heimischen Publikum besonders beliebt. Für die großen Konzerte und die  Opernproduktion reiste alljährlich ein internationales Publikum nach Baden-Baden. Bei wikipedia werden die Salzburger Osterfestspiele als das "elitärste Festival der Welt" bezeichnet. Elitär waren die Festspiele in Baden-Baden nur zu einem kleinen Teil - die Mischung war hier das Reizvolle. Aus Baden-Badener Sicht ist der Weggang der Philharmoniker zu Ostern ein Verlust.

Allerdings macht Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa Hoffnung: Die Philharmoniker sollen Baden-Baden verbunden bleiben, es sind nicht näher bezeichnete "Konzert-Residenzen" für die Zukunft im Festspielhaus geplant. Und die Osterfestspiele sollen im Rahmen der immerhin sieben übers Jahr verstreuten Festival-Angebote ein neues Gesicht bekommen. Benedikt Stampa, der nach der Übernahme der Intendanz im Sommer 2019 das Festspielhaus mit intelligenten und innovativen Ideen durch die Fährnisse der Pandemie gesteuert hat, ist dabei viel Glück zu wünschen.


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