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Pressekonferenz zum
Wexford Festival Opera

18.10.2024 - 02.11.2024


Von Thomas Molke

Seit die Italienerin Rosetta Cucchi 2020 die künstlerische Leitung des Wexford Festival Opera übernommen hat, stellt sie die Veranstaltungen des Festivals unter ein Motto, das sie in gewohnt fesselnder Art im Vorjahr zu Beginn des Festivals im Jerome Hynes Theatre präsentiert. Nachdem 2023 mit "Women & War" ein Leitthema auf dem Plan gestanden hat, das durch die momentane politische Lage in der Welt erschreckend aktuell ist und eher traurig stimmt, plant sie für 2024 ein heiteres Thema, das das Publikum vielleicht für ein paar Stunden auf andere Gedanken bringt. Unter "Theatre within Theatre" gewährt sie einen größtenteils sehr komödiantischen Blick hinter die Bretter, die die Welt bedeuten. Für die großen Opernproduktionen hat sie drei Werke des 19. und 20. Jahrhunderts ausgewählt, die ein Spiel im Spiel zum Inhalt haben, und auch ein Großteil des weiteren umfangreichen Programms beschäftigt sich mit diesem Thema. Was die Anzahl der Veranstaltungen betrifft, gibt es 2024 noch mehr zu erleben als 2023. Und so liest sich die Kurzfassung für 2024: 80 Events an 16 Tagen.

Den Anfang macht ein Komponist, der heutzutage vor allem noch durch den Operneinakter Cavalleria rusticana bekannt ist und beim Wexford Festival Opera zuletzt 2015 mit Guglielmo Ratcliff auf dem Spielplan stand: Pietro Mascagni. Am 18. Oktober 2024 feiert im National Opera House seine 1901 uraufgeführte Oper Le maschere Premiere. Diese komische Oper handelt von einer Theatertruppe und ihrem Impresario. Mascagni war zum Zeitpunkt der Uraufführung so beliebt, dass gleich sieben Opernhäuser die Uraufführung zeitgleich herausbringen wollten. Neapel musste allerdings wegen einer Erkrankung im Ensemble den Termin verschieben. Von den übrigen sechs Uraufführungen war jedoch nur die Produktion in Rom, die von Mascagni selbst musikalisch geleitet wurde, ein Erfolg. In Wexford versucht nun Francesco Cilluffo, der hier mittlerweile als "alter Bekannter" bezeichnet werden kann, als musikalischer Leiter an diesen Erfolg anzuknüpfen. Regie führt Steffano Ricci.

Weiter geht es mit The Critic von Charles Villiers Stanford, einem irischen Komponisten, der hier bereits 1964 mit seiner Shakespeare-Vertonung von Much Ado about Nothing gespielt wurde und dessen Oper The Veiled Prophet 2019 beim Festival zumindest konzertant zu erleben war. Cucchi hat die 1916 am Shaftesbury Theatre in London uraufgeführte Oper aus zwei Gründen für das diesjährige Festival ausgewählt. Zum einen passt die satirische Geschichte über einen Kritiker und die Endproben zu einer neuen Oper hervorragend zum diesjährigen Motto. Zum anderen jährt sich Stanfords Todestag 2024 zum 100. Mal. Die Inszenierung übernimmt Conor Hanratty, der 2021 und 2023 für die Produktionen der Wexford Factory verantwortlich gezeichnet hat. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Ciaran McAuley. Die Premiere findet am 19. Oktober 2024 im National Opera House statt.

Die dritte Oper stammt von einem Komponisten, der für das Wexford Festival Opera beinahe schon als Namenspatron dienen könnte, weil von keinem anderen so viele Werke hier bis jetzt aufgeführt worden sind wie von ihm: Gaetano Donizetti. Neben seinen zahlreichen dramatischen und komischen Werken hat er auch ein Stück geschrieben, das sich mit dem Theateralltag beschäftigt und eine Paraderolle für einen Buffo-Bariton bietet: Le convenienze e invonvenienze teatrali. Das Stück ist in Deutschland vor allem unter dem Titel Viva la Mamma bekannt und macht die resolute Mamma Agata, die ihre Tochter als erste Sopranistin an der Oper unterbringen will, zur Heroine einer Geschichte, in der Donizetti auf wunderbare Weise die Theaterwelt karikiert. Regie führt Orpha Phelan, die hier zuletzt 2022 Lalla Roukh von Félicien David in Szene gesetzt hat. Musikalisch geleitet wird die Produktion von Danila Grassi. Die Premiere findet am 20. Oktober 2024 im National Opera House statt.

Als "Pocket Operas / Opera Beag" werden im nächsten Jahr zwei Uraufführungen präsentiert. Nach The Master von Colm Tóibín und Alberto Caruso 2022 im Jerome Hynes Theatre wandern die beiden 2024 in Lady Gregory in America auf den Spuren einer irischen Lady, die mit W. B. Yeats das Abbey Theatre gründete. Die zweite Uraufführung von Niall William Morris handelt unter dem Titel Puccini: Man of the Theatre von dem berühmten italienischen Komponisten aus Lucca.

Fortgesetzt wird natürlich auch die von Cucchi gegründete "Wexford Factory", die junge Künstlerinnen und Künstler über einen Zeitraum von zwei Jahren auf ihrem beruflichen Weg begleitet. 2024 beginnt eine neue Gruppe. Neben kleineren Partien in den anderen Produktionen erarbeiten sie Leoncavallos Pagliacci in der Regie von Stefania Panighini.

Großen Erfolg feierte 2023 als neues Projekt die "Community Opera", die Menschen der Gegend die Möglichkeit bietet, zusammen mit den Theaterleuten ein Stück zu entwickeln. 2023 gab es Puccinis Gianni Schicchi im alten Grainstore at Stonebridge. 2024 steht Donizettis L'elisir d'amore in englischer Sprache auf dem Programm. Das komplette Werk war hier bereits als Hauptproduktion 1952 zu erleben, als es andernorts noch relativ unbekannt war.

Ergänzt wird das Programm von den beliebten Lunchtime Recitals in der St. Iberius Church, zwei Galakonzerten, der Dr. Tom Walsh Lecture, den "Impossible Interviews", mehreren Late-Night-Veranstaltungen unter dem Titel "Bach at Midnight" und zahlreichen Pop-Up-Events.

Weitere Informationen finden Sie unter www.wexfordopera.com.

Rezensionen zum Wexford Festival Opera 2023

 

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Rosetta Cucchi, die künstlerische Leiterin des Wexford Festival Opera seit 2020
(© Wexford Festival Opera)



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