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Kaisersaalkonzerte 2014


Kaisersaal im Römer, Frankfurt am Main, 1. Juni 2014
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Von Freunden und Verwandten

Kammermusik von Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach

Von Dr. Ingo Negwer

Konzertante Kammermusik des Hochbarock stand im Mittelpunkt des dritten Kaisersaalkonzerts 2014 im Frankfurter Römer. Michael Schneider (Blockflöte), Petra Müllejans (Violine, Viola), Sabine Bauer (Cembalo) und Annette Schneider (Violoncello, Viola da Gamba) präsentierten Kompositionen von Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und dessen zweitältestem Sohn Carl Philipp Emanuel - dem Jubilar dieses Jahres (300. Geburtstag).

Die dargebotenen Werke spiegelten freundschaftliche Verbundenheit und verwandtschaftliche Beziehungen ihrer Schöpfer wider: Hier der gelehrte Vater, fest in der Musik des Generalbasszeitalters verwurzelt, dort der überaus begabte und bald auch berühmtere Sohn, der dem Patenonkel Telemann einmal als Musikdirektor der Hansestadt Hamburg nachfolgen sollte, und schließlich Telemann - mit Johann Sebastian Bach befreundet, in den gleichen Traditionen zu Hause, doch bis ins hohe Alter dem Neuen und den Jungen gegenüber sehr aufgeschlossen.

Zum Auftakt erklang die Triosonate a-Moll für Blockflöte, Violine und Basso continuo aus Georg Philipp Telemanns "Essercizii musici", die in ihrer formalen Anlage und im virtuosen Habitus der italienischen Tradition verhaftet ist. Die später vorgetragene Sonate für Blockflöte und Basso continuo d-Moll aus demselben Werk zeigte mit ihrem tänzerisch beschwingten Schlusssatz schon deutliche Züge der Empfindsamkeit. Michael Schneider brillierte mit warmem Flötenton und stupender Virtuosität.

Johann Sebastian Bach strebte Zeit seines Lebens danach, die Grenzen der Konventionen auszuloten und zu überschreiten. Seine sechs Sonaten für Violine solo sind dafür ein markantes Zeugnis. Aber auch die sechs Violinsonaten mit obligatem Cembalo gehen weit über das seinerzeit Bekannte - die Solosonate mit Basso continuo - hinaus. In der Sonate G-Dur BWV 1019 stehen Violine und Cembalo als gleichberechtigte Partner Seite an Seite. Der vierte Satz ist sogar dem Cembalo allein vorbehalten. Er bildet das Zentrum des Werks, um das sich die anderen Sätze streng symmetrisch gruppieren. Petra Müllejans und Sabine Bauer lieferten mit ihrer Interpretation ein überzeugendes Plädoyer für dieses kammermusikalische Juwel.

Szenenfoto

Petra Müllejans, Sabine Bauer, Annette und Michael Schneider
(Foto: Ingo Negwer)

Carl Philipp Emanuel Bach war wie der Vater ein großer Klaviervirtuose. Doch seine Pièces de clavecin weisen stilistisch schon weit voraus in die Klassik. Er schuf musikalische Portraits prominenter Persönlichkeiten nach Art der französischen Clavecinisten und Lautenisten. Dennoch meint man, Beethovens Klaviermusik vorausahnen zu können. Sabine Bauer spielte drei dieser Miniaturen mit sicherem Gespür. Mit dem Trio F-Dur Wq 163 erklang ein weiteres Werk, das den zweitältesten Sohn Johann Sebastian Bachs als Grenzgänger zwischen den musikalischen Welten zeigte. Die Bassblockflöte, um die Mitte des 18. Jahrhunderts quasi aus der Mode, bildet zusammen mit der meist im Schatten anderer agierenden Viola das Solistenpaar. Die dritte Stimme, den Basso continuo, teilen sich Violoncello und Cembalo. Dank dieser außergewöhnlichen Besetzung mutet die reizende Komposition wie eine beschwingte Nachtmusik an, zeigt aber in ihrer dreisätzigen Anlage mit einem Schluss-Allegro in Gestalt eines Menuetts durchaus moderne Züge.

Zum Abschluss spielte das Quartett um Michael Schneider Johann Sebastian Bachs Orgel-Triosonate d-Moll in einer Fassung für Blockflöte, Violine und Basso continuo. Die Akteure im wieder sehr gut besuchten Kaisersaal wurden vom Publikum mit viel Applaus bedacht. Auf die weiteren Konzerte dieser Reihe darf man gespannt sein! Bitte vormerken: Sonntag, 21. September, 17 Uhr. Junge Solisten der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am Main spielen zusammen mit der Capella Academica Frankfurt englische Concerti des Barock.




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Ausführende

Kaisersaalkonzert am 1. Juni 2014:

Werke von G.P. Telemann,
J.S. Bach, C.P.E. Bach u.a.

Michael Schneider, Blockflöte und Moderation
Petra Müllejans, Barockvioline
Annette Schneider, Barockcello
Sabine Bauer, Cembalo



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