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Cityring Konzerte
26.08.2016 - 28.08.2016

Sempre libera!

Sommernacht der Oper mit Musik von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini

Aufführungsdauer: ca. 2h 50' (eine Pause)

Aufführung am Freitag, 26. August 2016, 20.30 Uhr
Friedensplatz Dortmund

 



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Italienische Opernnacht auf dem Friedensplatz

Von Thomas Molke / Fotos: © Stefan Schütze (Cityring Konzerte)

Während andernorts einzelne Auftaktveranstaltungen das Ende der Sommerpause der Theater in NRW einleiten, gehen die Dortmunder Philharmoniker an einem ganzen Wochenende direkt in die Vollen. Im Rahmen der erstmalig stattfindenden Cityring Konzerte haben sie vom 26. bis zum 28. August 2016 den Friedensplatz erobert und bieten in insgesamt vier Konzerten ein abwechslungsreiches Programm für Opernliebhaber, Musicalfreunde, Clubgänger und Familien. Das habe sich der Initiator Dirk Rutenhofer nicht träumen lassen, gesteht er in seiner Begrüßungsrede vor der ersten Veranstaltung am Freitag, als am 28. Mai 2014 der Plan entstanden sei, den Friedensplatz neben dem Rathaus mit "Platzkonzerten" zu beleben. Doch nach Zusage der Dortmunder Philharmoniker und dem Gewinn zahlungskräftiger Sponsoren sei es möglich geworden, direkt im ersten Jahr mit vier Großveranstaltungen aufzuwarten. Dass es bei einem solchen Projekt noch kleinere organisatorische Probleme gab, sieht man den Veranstaltern gerne nach. So waren beispielsweise Karten für Reihen verkauft worden, die es wegen Ausweitung der Bühne nicht mehr gab und einige Besucher irrten mit ihren Tickets etwas hilflos über den Platz. Doch freundliche Helfer lösten auch diese Probleme souverän, so dass jeder einen freien Platz fand und entspannt in die Welt der italienischen Oper eintauchen konnte.

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Dirk Rutenhofer, Initiator der Cityring Konzerte, bei seiner Begrüßungsrede

Generalmusikdirektor Gabriel Feltz, dessen Vertrag im Mai zur Freude des Dortmunder Publikums bis 2023 verlängert worden ist, führt nach einer Begrüßung durch Rutenhofer und den Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau mit seiner gewohnt begeisternden Art durch den Abend, für den er ein Potpourri aus größtenteils sehr bekannten Melodien von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini zusammengestellt hat. Der Titel "Sempre libera" hat dabei doppelte Bedeutung. Zum einen kann er als politische Botschaft für den Friedensplatz betrachtet werden, zum anderen huldigt er einem Publikumsliebling der Dortmunder Oper, Eleonore Marguerre, die sich damit als Violetta aus Verdis La traviata präsentiert, einer Partie, für die sie in der letzten Spielzeit in Dortmund gefeiert wurde. Mit frenetischem Beifall wird sie vom Publikum empfangen, als sie in ihrem roten Kleid die Bühne betritt, und der Jubel erfolgt zu Recht. Mit glasklar sitzenden Höhen und großer Beweglichkeit in den Koloraturen reißt sie das Publikum regelrecht von den Sitzen. Mit einem ähnlichen Auftritt hat sie bereits im Juni beim Abschlusskonzert der Ruhrfestspiele im Freien den herabprasselnden Regen vergessen lassen. Als Alfredo steht ihr der Tenor Joshua Whitener zur Seite, der vom Mainfranken Theater Würzburg nach Dortmund wechselt. Nach der Pause ist Marguerre dann noch gemeinsam mit der Mezzosopranistin Ileana Mateescu und dem Opernchor im Duett Butterfly - Suzuki und dem anschließenden berühmten Summ-Chor zu erleben, dieses Mal in mintfarbenem Kleid.

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Blechbläser der Dortmunder Philharmoniker leiten vom Balkon des Rathauses das Ende der Pause ein.

Auch das Rathaus neben dem Friedensplatz wird in das Konzert mit einbezogen. So leiten vom obersten Stockwerk die Blechbläser nicht nur mit Richard Wagners Tannhäuser das Ende der Pause ein - eine Anlehnung an die Bayreuther Festspiele? - sondern erzeugen auch beim berühmten Triumphmarsch aus Verdis Aida im Zusammenspiel mit dem restlichen Orchester und dem Chor auf der Bühne einen beeindruckenden Gesamtklang. Da schwingt das Publikum begeistert im Takt die Knicklichter, die mit dem Programmflyer auf den Plätzen ausgelegt worden sind. Gewöhnungsbedürftig ist hingegen für regelmäßige Opern- und Konzertbesucher der mit Mikrofonen verstärkte und über Lautsprecher ertönende Gesamtklang, der gerade zu Beginn noch nicht optimal abgestimmt ist. Beim Sturmchor aus Verdis Otello, mit dem der Abend musikalisch eröffnet wird, ist das Orchester für die Weite des Platzes noch zu leise eingestellt, so dass die Wucht des Sturmes, der hier über Venedig toben soll, noch nicht richtig spürbar wird. Auch die technische Einstellung des Chores erweist sich dabei als problematisch, da drei Chorsänger solistische Einsätze erhalten und damit auch im übrigen Chorgesang lauter ertönen als der Rest des Chors. Whitener, der in dieser Szene als Otello auftritt, verfügt über eine kräftige Mittellage, hat in den Höhen allerdings leichte Intonationsprobleme. Mit schwarzer Tiefe begeistert Sangmin Lee im anschließenden Credo von Otellos Gegenspieler Jago.

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Sturmchor aus Verdis Otello mit dem Opernchor, den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Gabriel Feltz (Mitte), Joshua Whitener (rechts vorne) als Otello und Sangmin Lee (links vorne) als Jago

Die Auszüge aus Otello sind der einzige Vorgeschmack, den das Ensemble auf die kommende Spielzeit der Oper gibt, da Verdis vorletzte Oper am 26.03.2017 Premiere feiern wird. Ansonsten gibt es ein Wiedersehen und -hören mit den Ensemble-Mitgliedern Emily Newton, Ashley Thouret, Ileana Mateescu und Karl-Heinz Lehner. Newton begeistert mit ihrem lyrischen Sopran und eindringlicher Interpretation zunächst in der Arie der Leonora "Pace, pace" aus La forza del destino, in der Verdis Heroine ihren Frieden in der Einsamkeit eines Klosters sucht. Hier erweist sich allerdings die Akustik des Friedensplatzes als etwas heikel, da gerade bei den leisen Tönen zur Harfe die Nebengeräusche der umliegenden Straßen extrem störend sind. Bewegend gelingt Newton auch die berühmte Arie der Mimi aus Puccinis La bohème. Mit wunderbaren Klangfarben schmückt sie die hohen Töne aus und findet mit Whitener als Rodolfo im anschließenden Duett "O soave fanciulla" zu einer großen Innigkeit. Anders als Newton geht Whitener allerdings am Ende des Duettes auf Nummer sicher und bleibt stimmlich in der Mittellage. Thouret punktet als Liu in Puccinis Turandot mit zartem Sopran und leuchtend angesetzten Spitzentönen. Für Mateescu hätte man sich ebenfalls eine eigene Arie gewünscht, da sie als Suzuki in Puccinis Madama Butterfly im Duett mit Marguerre nur geringe Möglichkeiten hat, ihre stimmlichen Qualitäten unter Beweis zu stellen. Lehner begeistert mit der Kavatine des Zaccaria aus Verdis Nabucco mit profundem Bass-Bariton, auch wenn das Publikum enttäuscht ist, dass nicht auch noch der Gefangenenchor aus der Oper auf dem Programm steht.

Als Zugabe gibt es dann noch das berühmte Brindisi aus Verdis La traviata, in dem Marguerre und Whitener erneut als Violetta und Alfredo glänzen können und das Publikum begeistert mit den Knicklichtern mitschwingt.

FAZIT

Der Opernauftakt auf dem Friedensplatz weckt die Lust auf die neue Spielzeit und damit verbundene weitere musikalische Begegnungen mit den Dortmunder Philharmonikern, dem Opernensemble und dem Chor im Opern- und Konzerthaus.

Programm des Konzertes

Giuseppe Verdi: Sturmchor aus Otello (Joshua Whitener, Jorge Moreno, Mario Ahlborn, Hiroyuki Inoue, Opernchor)

Giuseppe Verdi: Credo des Jago aus Otello (Sangmin Lee)

Giuseppe Verdi: Zigeunerchor aus Il trovatore (Opernchor)

Giacomo Puccini: Arie der Liu "Signor, ascolta" aus Turandot (Ashley Thouret)

Giuseppe Verdi: Rezitativ und Kavatine des Zaccaria "Sperate, o figli! - D'Egitto là sui lidi" aus Nabucco (Karl-Heinz Lehner, Savo Pugel, Opernchor)

Giuseppe Verdi: Arie der Violetta "E strano... - Sempre libera!" aus La traviata (Eleonore Marguerre, Joshua Whitener)

Giuseppe Verdi: Ende 2. Akt mit Triumphmarsch aus Aida (Opernchor)

Giuseppe Verdi: Ouvertüre zu La forza del destino

Giuseppe Verdi: Arie der Leonora "Pace, pace" aus La forza del destino (Emily Newton)

Giacomo Puccini: Duett Butterfly und Suzuki mit Summchor und Finale 2. Akt aus Madama Butterfly (Eleonore Marguerre, Ileana Mateescu, Opernchor)

Giacomo Puccini: Arie des Rodolfo "Che gelida manina", Arie der Mimi "Mi chiamano Mimi", Duett Rodolfo - Mimi "O soave fanciulla" aus La bohème (Joshua Whitener, Emily Newton)

Giuseppe Verdi: Schlusschor "Tutto nel mondo è burla" aus Falstaff (Karl-Heinz Lehner, Eleonore Marguerre, Emily Newton, Ashley Thouret, Ileana Mateescu, Sangmin Lee, Joshua Whitener, Jorge Moreno, Mario Ahlborn, Hiroyuki Inoue, Opernchor)


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Gabriel Feltz

Choreinstudierung
Manuel Pujol

Dortmunder Philharmoniker

Opernchor des Theaters Dortmund

 

Solisten

Eleonore Marguerre
Emily Newton
Ashley Thouret
Ileana Mateescu
Karl-Heinz Lehner
Sangmin Lee
Joshua Whitener
Jorge Moreno
Mario Ahlborn
Hiroyuki Inoue
Savo Pugel


Weitere Informationen
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Cityring Konzerte
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