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Der Karneval der Tiere




20. Juni 2020, Saalbau Essen, Alfried Krupp Saal
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Philharmonie Essen
(Homepage)
Tierisches aus der Philharmonie

Von Stefan Schmöe

Auch die Essener Philharmonie hat den Spielbetrieb wieder aufgenommen. Das Hygienekonzept fordert von den Besuchern streng choreographierte Laufwege, was bei jedem Filialleiter eines Supermarktes schallendes Gelächter hervorrufen dürfte. Konzertsäle erscheinen im Vergleich zum sonstigen Leben derzeit als virologische Hochsicherheitstrakte. Aber auch hier gilt: Hauptsache, es wird überhaupt wieder gespielt. So recht angenommen wird das offenbar noch nicht, von den geplanten zwei Familienkonzerten wurde das vormittägliche kurzerhand abgesagt mit dem Hinweis, Kartenbesitzer mögen doch bitte am Nachmittag erscheinen und ihre Tickets umtauschen. Hört sich nicht nach ausverkauften Kontingenten an.

Was sehr bedauerlich ist. Camille Saint- Saëns' Karneval der Tiere mit jeweils einfach besetzten Streichern, Flöte, Klarinette, zwei Klavieren und Schlagzeug (Glockenspiel und Xylophon) lässt sich auf der Bühne ziemlich problemlos unter Wahrung der Abstandsgebote realisieren, und das Folkwang Kammerorchester musiziert sehr homogen. Unter der Leitung von Chefdirigent Johannes Klumpp bleiben die Tempi moderat, Schönheit des Klangs und Esprit halten sich die Waage. Cellistin Ana Khubashvili spielt den berühmten Schwan in großem Bogen sehr eindrucksvoll (dafür wird extra das Licht abgedunkelt und die Solistin angeleuchtet. Die Streicherbesetzung klingt stellenweise zu dünn, dafür harmoniert das Streichquintett außerordentlich gut. Die beiden Pianist*innen agieren virtuos, das Xylophon bringt die knochigen Fossilien schwungvoll zum Klingen.

Floriane Kleinpaß aus dem Ensemble des Essener Schauspiels spricht unaufgeregt und charmant, dabei mit exzellenter Artikulation den Text, den Loriot 1975 verfasst hat und der nach wie vor hübsch ist, aber auch ein wenig ablenkt - bei allem Respekt: Man dürfte auch neue Fassungen wagen. Ein paar einleitende Worte an die Kinder im Publikum gibt es auch, wobei sich der Duktus vor allem an die jüngeren wendet. Man hätte bei dieser Gelegenheit gleich alle Instrumente vorstellen dürfen, so viele sind es ja nicht. Mit 45 Minuten Dauer ist die Länge des Konzerts ohnehin überschaubar - und es sind sind 45 sehr kurzweilige Minuten.




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Ausführende

Floriane Kleinpaß, Sprecherin

Folkwang Kammerorchester Essen

Leitung: Johannes Klumpp


Werke

Camille Saint-Saëns:
Le Carnaval des animaux
(Der Karneval der Tiere)
Grande fantaisie zoologique

für Kammerorchester

Textfassung von Loriot (1975)



Weitere Informationen:

Philharmonie Essen



Da capo al Fine

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