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Liederabend

Gaëlle Arquez, Mezzosopran
Susan Manoff, Klavier

Konzert im Opernhaus Frankfurt am 26. Juni 2020



Oper Frankfurt
(Homepage)
Einladung in die Auvergne, nach Cadiz, Granada und darüber hinaus

Von Christoph Wurzel / Foto von Barbara Aumüller

Gaëlle Arquez hat schon vor Tausenden gesungen. Auf der Bregenzer Seebühne war sie in der vorletzten Produktion die umjubelte Carmen. Auch in Frankfurt garantierte sie in dieser Rolle ein volles Haus. Nun, in Coronazeiten, war der Saal notgedrungen nur spärlich besetzt. Obwohl ausverkauft, durften nur knapp 150 Zuhörerinnen und Zuhörer ihrem Liederabend im Frankfurter Opernhaus folgen, einem Programm, das in das Reich der franco-hispanischen Musik einlud. Vom sanften Wiegenlied für einen kleinen Jungen bis zu der unverwüstlichen Hymne Granada von Agostin Lara reichte die weite Spanne der Lieder an diesem Abend. Wo mit diesem Schlager sonst meist vokale Kraftmeierei von Startenören für Begeisterung sorgt, konnte die Mezzosopranistin mit subtiler Textausdeutung und fein dosierten Valeurs ihrer warmen Mezzostimme punkten.

Die besonderen Preziosen des Abends waren aber in den lyrischen Teilen des Programms zu finden wie in La Brise, einem Lied aus dem Zyklus Les nuits persanes von Camille Saint-Saëns, das mit orientalischem Kolorit die Lockungen der Schönen im fernen Zabulistan klangsinnlich spürbar macht. Oder in dem melancholischen Lied der verlassenen Schäferin in Joseph Canteloubes Delaïssádo, einem Beispiel aus seiner Sammlung der Volkslieder der Auverne im Dialekt dieser Region, das Gaëlle Arquez in empathischer Textausdeutung und durch reiche vokale Farben kunstvoll gestaltete.

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Gaëlle Arquez mit Susan Manoff am Klavier

War das Klavier hier und an einigen anderen Stellen leider etwas zu dominant, der Anschlag von Susan Manoff eine Spur zu hart, zu auftrumpfend, kam solche Begleitung allerdings den temperamentvollen Liedern wiederum zugute. Auch entfaltete die Pianistin in den solistischen Zwischenspielen, zwei Stücken aus den Danzas españolas von Enrique Granados, allen darin enthaltenen Klangzauber. Und auch in Léo Delibes Habanera Les Filles de Cadix oder dem Canto negro von Xavier Montsalvatge unterstützte Susan Manoff die Sängerin mit gehörigem Schwung und Esprit.

Leider nur knapp eine Stunde Programm - man hätte gern viel mehr gehört. Aber das Publikum erklatschte sich noch drei Zugaben. Vor allem mit dem aparten Lied A Clorice von Reynaldo Hahn mit seiner in gebrochenen Akkorden barockisierenden Begleitung knüpfte Gaëlle Arquez auch an ihre Erfolge mit Alter Musik an, in Frankfurt besonders als Xerxes in Händels gleichnamiger Oper.

Seit Ende Mai bietet die Oper Frankfurt derartige Konzerte an, Liederabende oder Musik in anderen kleinen Besetzungen und setzt damit ein deutliches Ausrufungszeichen hinter das Thema Systemrelevanz von Kultur. Das Publikum war sichtlich dankbar und erfreut.


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Ausführende

Gaëlle Arquez, Mezzosopran

Susan Manoff, Klavier


Programm

Henri Duparc
L' Invitation au voyage

George Bizet
Ouvre ton coeur

Camille Saint-Saëns
La brise (aus Les nuits persanes)

Enrique Granados
Danza española Nr. 5: Andaluza
(für Klavier solo)

Jules Massenet
Nuit d’Espagne

Léo Delibes
Les Filles de Cadix

Xavier Montsalvatge
Aus Cinco canciones negras :
Canción de cuna para dormir a un negrito (Nr. 4)
Canto negro (Nr. 5)

Joseph Canteloube
Aus Chants d'Auvergne:
La Delaïssádo (Nr. 4)

Joaquin Rodrigo
Adela

Enrique Granados
Danza española Nr. 2: Oriental
(für Klavier solo)

Carlos Guastavino
La rosa y el sauce


Fernando Obradors
Aus: Canciones clásicas españolas:
Del cabellos más sutil
El Vito

Agustín Lara
Granada


Zugaben:

Reynaldo Hahn
A Clorice

Manuel de Falla
Nana

Francis Poulenc
Liebeswalzer

 


Weitere Informationen
erhalten Sie von der
Oper Frankfurt
(Homepage)







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