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Musiktheater
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The Black Rider

Musical von Tom Waits, William S. Burroughs und Robert Wilson
deutsche Bearbeitung von Wolfgang Wiens

in deutscher Sprache mit englischen Songs

Aufführungsdauer: ca. 1h 50’ (keine Pause)

Premiere im Großen Haus des Theater Münster am 1. März 2014

Logo: Theater Münster

Theater Münster
(Homepage)
Unterhaltsam bewegter Mix aus Varieté und Opernparodie

Von Ursula Decker-Bönniger / Fotos von Oliver Berg

„Einer wie du trifft nicht mal ne angepflockte Kuh“ urteilt der zwielichtige Stelzfuss über die Schießkünste Wilhelms und bietet ihm zugleich verlockende, immer ins Ziel treffende Zauberkugeln an. Ohne zu wissen, dass er damit das Leben seines liebsten Käthchen verkauft, lässt sich Wilhelm auf den Deal ein. Aus dem Schreiberling muss ein guter Jäger werden, damit er die Förstertochter freien kann.

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Stelzfuss lockt mit Zauberkugeln.

Tom Waits, William S. Burrgoughs und Robert Wilson nutzten die aus Apels Gespensterbuch von 1810 wiederentdeckte schauerromantische Volkssage Der Freischütz, auf dem auch Carl Maria von Webers berühmte, gleichnamige Oper aus dem Jahre 1821 beruht, als Vorlage für ihr  Musical Black Rider – eine surreale, gespenstische, schwarzhumorige Parodie, die kurz nach ihrer Erstaufführung im Jahre 1990 im Thalia-Theater in Hamburg Kultstatus erlangte. Frank Behnke zeigt das Musical im Theater Münster als unterhaltsamen, bewegten Mix aus Kabarett, Opernparodie und Varieté. Passend dazu das schlichte Bühnenbild von Günter Hellweg. Eine schwarze Mauer mit einem riesigen kreisrunden Loch bildet den Bühnenhintergrund. Mal verwandelt sich die Leere in einen romantisch umwölkten Mond, der rechts und links von Wilhelm und Käthchen erklommen wird. Mal gemahnt Altförster Kuno -wunderbar als hinkender, ewig bekiffter Catweazle geschminkt - in einer pendelnden Uhr an längst vergangene Zeiten. Mal bricht die Form. Mal wird das Rund zur bewegten Zielscheibe umfunktioniert. Mitten auf der Bühne wird die Combo als integraler Bestandteil der Show in einem kreisrunden, versenkten oder angehobenen Orchestergraben präsentiert.

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Wilhelm hat die kleinbürgerliche Idylle zerstört (im Hintergrund der triumphierende Stelzfuss).

Behnke lässt die Protagonisten wie leicht verrutschte, gierig lechzende Märchenfiguren aus Bodenklappen entsteigen, die innen witzig mit Hirschgeweih und Mustertapete verkleidet sind.  Käthchen wirkt mit ihren blonden Zöpfen und der Gans im Arm wie eine deutsch-romantische Unschuld, die im Brautkleid davon träumt, der kleinbürgerlichen Enge zu entrinnen. Mutter Anne trägt eine leicht schiefe Turmfrisur und versucht Vater Bertram dazu zu bewegen, den ängstlich dreinblickenden, naiven Büromenschen Wilhelm als Schwiegersohn anzuerkennen. Gestik, Mimik und Körperbewegung - von gesampelten Geräuschen wie bspw. klappernden Kassen und knarzenden Knochen ergänzt -überspitzen oder konterkarieren dabei das Klischee und entwickeln sich mitunter varietégemäß zu unterhaltsamen, rhythmischen Bewegungsmustern.

Musiker und Schauspieler präsentieren sich in bester Sing- und Spiellaune. Höhensicher und textverständlich singen die Schauspieler die Musiknummern. Insbesondere Axel Bereuter weiß mal mit rauchiger, mal mit verführerisch schillernder Stimme in der Rolle des teuflischen Varietékünstlers das Publikum in den Bann zu ziehen.

FAZIT

Ein aufwendig kostümierter, unterhaltsam bewegter Mix aus Varieté und Opernparodie

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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Michael Barfuss

Inszenierung
Frank Behnke

Bühne
Günter Hellweg

Kostüme
Kristopher Kempf

Choreografische Mitarbeit
Hans Henning Paar

Dramaturgie
Margrit Poremba

 

Geige, Bratsche, Singende Säge
Christine Rudolf

Bass, Gitarre
Jürgen Knautz

Saxophone, Klarinette,
Bassklarinette, Flöten

Klaus Dapper

Posaune, Tuba, Trompete
Stephan Schulze

Keyboard, Piano, Harmonium
Martin Speight

Drums
Rudi Marhold

 

Solisten

Stelzfuß
Aurel Bereuter

Kuno
Florian Steffens

Bertram
Gerhard Mohr

Anne
Isa Weiß

Käthchen
Maike Jüttendonk

Wilhelm
Christoph Rinke

Robert/ Wilderer/ Georg Schmid
Maximilian Scheidt


Weitere
Informationen

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Theater Münster
(Homepage)



Da capo al Fine

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