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Musiktheater
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LoveMusik

Musical in zwei Akten Buch von Alfred Uhry nach den Briefen von Kurt Weill und Lotte Lenya Deutsche Dialoge und Songtexte zu Song of the Rhineland, Schickelgruber und The Illusion Wedding Show von Holger Hauer
Musik von Kurt Weill

in deutscher Sprache mit Übertiteln

Aufführungsdauer: ca. 2h 50' (eine Pause)

Premiere am 21. Januar 2017 in der Musikalischen Komödie Leipzig


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Oper Leipzig
(Homepage)

Szenen einer Ehe

Von Joachim Lange / Fotos: Tom Schulze und Kirsten Nijhof

Dieses neue Musical kommt eher bescheiden daher. Ob es tatsächlich ein "richtiges" Musterexemplar der Gattung ist, darüber kann man streiten, obwohl es 2007 am Broadway uraufgeführt wurde: LoveMusik von Kurt Weill und Alfred Uhry. Im Register der Werke von Kurt Weill taucht es nicht auf. Kein Wunder, denn die Szenenfolge ist eine Art Bühnen-Biographie von Kurt Weill (1900-1950) und Lotte Lenya (1898-1981). Vom Zeitpunkt ihres Kennenlernens in den 1920er-Jahren bis kurz nach Weills Tod. An der Leipziger Musikalischen Komödie, kurz MuKo, hat die Lenya nach einer kurzen Krise noch einmal einen grandiosen Auftritt als Seeräuber-Jenny. Inklusive des zögerlichen "Und Sie wissen nicht, mit wem Sie reden." Von wegen - kann man da nur sagen.

Szenenfoto Weill und Lenya - eine Beziehung, die lebenslang hielt (Foto © Tom Schulze)

Die Zuschauer wissen jetzt jedenfalls einiges mehr über die Beziehung dieser beiden Künstler. Ihre (Un-)treue und die Toleranz. Vor allem über Lenyas Temperament und ihre Schnoddrigkeit. Auch über die Liste der Fehlgriffe in Sachen Kurzzeitliebhaber. Von denen einer mit der Familienkasse durchbrannte, die sie ihm bei Pseudoscheidung und realer Flucht (vor den Nazis) anvertraut hatte. Und über seine Ruhe und den gleichwohl gepflegten Eigensinn. Auch er hatte viele kleine und ein langjähriges Verhältnis. Am Ende haben sie sich auf ihre Weise wohl doch geliebt. So das Fazit in diesem Stück. Es geht vom Kennenlernen über die Begegnung mit Brecht, den gemeinsamen Erfolg, die Auswanderung via Paris nach Amerika bis zum sich einstellenden Erfolg für ihn und dann auch für sie.

Szenenfoto

Brecht kommt immer mit mindestens zwei Frauen (Foto © Kirstin Nijhof)

Eingeschworene Brecht-Fans haben es hier nicht ganz so leicht - der ist zwar der geniale Künstler und Überlebenspragmatiker, hat stets mehrere Frauen gleichzeitig im Schlepptau, immerhin einen Strandblick in Kalifornien und kommt sowohl mit der schon fast klischeehaften Überlieferung seiner Abneigung gegenüber dem Vollbad und der Vorliebe für Einnahmen aller Art ins Spiel. Regisseur Cusch Jung hat sich dieses Lederjacken-Genie, seine Zigarre und die stilecht hingeschnarrten Songs als kleine Paraderolle vorbehalten.

Szenenfoto Willkommen Amerika (Foto © Kirstin Nijhof)

Die musikalisch geschickt kombinierten Collage, die alles bietet, was der Fan des Berliner Weill gerne hört und einiges von den Zuckerln, die er in Amerika für den Broadway und Hollywood geschrieben hat und die der Brecht im Stück als gezielte Unverschämtheit, nun ja, als süßliche Scheißhaufen bezeichnet.
Die Dialoge hat Alfred Uhry aus den Briefen von Weill und Lenya destilliert. Hans-Georg Pachmann und Anna Preckeler, die beide auch optisch nicht allzu weit von den Vorbildern ihrer Rollen entfernt sind, gelingt in den zwei Dutzend Szenen mühelos der Wechsel zwischen gesungenen und gesprochenen Passagen.

Szenenfoto

Am Ende hat die Lenya Erfolg (Foto © Kirstin Nijhof)

Daneben ist Jeffrey Krueger (u.a.) der betrügerische Berliner "Freund" Otto, Michael Raschle (u.a.) der amerikanische schwule Manager und spätere Ehemann der Lenya. Frank Schmutzler hat als Bühne im Grunde nur drei Leinwände aufgestellt, auf die Zeitangaben und Ambiente effektvoll projiziert werden. Im Graben leitet Christoph-Johannes Eichhorn das hauseigene Orchester mit Umsicht und Leidenschaft. Zum anstehenden Dessauer Weill-Fest oder der Mahagonny-Produktion in Halle ist dieses Musical eine interessante Ergänzung - für Weill-Fans ohnehin ein Muss.


FAZIT

Ein sympathisches Stück über das Leben von Kurt Weill und Lotte Lenya.


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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Christoph-Johannes Eichhorn

Inszenierung /
Choreograhie
Cusch Jung

Bühne
Frank Schmutzler

Kostüme
Silke Wey

Orchester der
Musikalischen Komödie Leipzig

Solisten

Kurt Weill
Hans-Georg Pachmann

Lotte Lenya
Anna Preckeler

Bert Brecht
Cusch Jung

Otto
Jeffrey Krueger

George Davis
Michael Raschle

Allan Lake
Hinrich Horn

Brechts Ehefrau u.a.
Angela Mehling,

1. Brecht-Frau u.a.
Mirjam Neururer

2. Brecht-Frau
Anna Evans



Weitere
Informationen

erhalten Sie von der
Oper Leipzig
(Homepage)



Da capo al Fine

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