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Musiktheater
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Die Zauberflöte 

Oper in zwei Aufzügen
Libretto von Emanuel Schikaneder
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

in deutscher Sprache

Aufführungsdauer: ca. 3 h (eine Pause)

Premiere im Theater am Domhof am 3. September 2016

 

Logo: Theater Osnabrück

Theater Osnabrück
(Homepage)

Meisterliches Theaterhandwerk          

Von Ursula Decker-Bönniger / Fotos von Uwe Lewandowski

Das Theater Osnabrück eröffnet seine neue Musiktheatersaison mit der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Und zeigt, mit wie viel Witz, Energie, Geschlossenheit und Einfühlungsvermögen man diese Geschichte erzählen kann, setzt konzentriert auf Theaterhandwerk und schafft es, ohne Videoschnickschnack zu begeistern.

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Die drei Damen der Königin der Nacht (Lina Liu, Susann Vent-Wunderlich und Gabriella Guilfoil) mit Tamino (Daniel Wagner)

Alexander May erzählt aus der Perspektive eines träumenden, pubertierenden Jugendlichen. Zunächst tänzelt ihm eine grüne Schlange aus der Tafel und der dem Lehrer, der Lehrerin vorbehaltenen Seite des Klassenzimmers entgegen. Drei vollbusige Damen mit wundervoll musikalischem Gesang – sie werden von Lina Liu, Susann Vent-Wunderlich und Gabriella Guilfoil dargestellt - und roten Haaren locken, während Tamino - eher lust-, denn angstvoll am Boden ausgestreckt - ihre Annäherungsversuche und Berührungen erwartet. Mit Donnerschlägen, Gewitter und herabstürzenden Bäumen fällt die Wand des Klassenzimmers, bildet eine Rampe, auf der Steine rollen, bevor die Königin der Nacht mit Bienenstockfrisur und einem berauschenden, schwarzen Theatergewand aus Federn, Federboas und Spitzen darüber die Bühne betritt. Vollmundig, mit klangvollen Verzierungen, barocker Dramatik und Tiefe weiß Marie-Christine Haase nicht nur Tamino zu berauschen. Auch die Koloraturen aus Spitzentönen und Tonsprüngen der Rachearie erklingen makellos, wenngleich hier – bei der besuchten Premiere - die Anstrengungen der virtuosen Technik zu spüren waren.

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Marie-Christine Haase als Königin der Nacht

Etienne Plus hat die Bühne in ein hohes Klassenzimmer verwandelt, das sich meisterhaft und anregend, Schritt für Schritt, je nach Szene und Auftritt entwickelt. Fenster verlängern sich in bodenlange Glastüren, öffnen den engen Klassenraum, um Wald und Natur vor Augen zu führen. Papageno, eher traditionell kostümiert und von Jan Friedrich Eggers humorvoll dargestellt, schießt weiße Tauben aus dem Theaterhimmel, die er behutsam, als seien sie lebendig, in sein Netz legt. Während des Auftritts Sarastros weilt man in den Ruinen einer antiken Halle. Ebenso fantasievoll zwischen Rollenzuweisung und jugendlicher Traumfigur schillern auch die Kostüme von David Gonter. Sarastro trägt lange, blonde Rastazöpfe und erscheint zunächst in einem Rollstuhl. Gewürzt mit humorvollen Regiekommentaren schafft er es am Ende die Leiter eines Löwenstreitwagens zu erklimmen. Ein würdevoller Auftritt mit Augenzwinkern, dem der tiefgründige Bassbariton José Gallisa sängerische Macht und Würde erteilt. Humorvoll auch die Kostümierung der 3 Knaben Jan Breulmann, Jakob Fullick und Henri Flöttmann, die u.a. auf einem roten Sofa mit dazugehörender Stehlampe auf die Bühne rollen und riesige, barfüßige, an Theaterpuppen erinnernde Filzfüße tragen. Für ihre meisterliche musikalische Leistung wurden sie vom Publikum mit viel Sonderapplaus belohnt. Obwohl sich während seiner Auftrittsarie das laute Einatmen störend auf die aufmerksame Atmosphäre im Raum auswirkte, spielte und sang Daniel Wagner sich sich im Laufe des Abends frei und konnte als Tamino immer mehr beeindrucken. Auch Erika Simons stellt überzeugend und klangvoll die junge, liebeshungrige Pamina dar.

Daniel Inbal wählte für den Premierenabend eher langsame Tempi. Chor und Orchester präsentieren sich transparent, homogen interpretierend und ausdrucksstark. Ein schöner Musiktheatersaisonstart, für den sich das zufriedene Publikum mit viel Applaus bedankte.

FAZIT

Ein gelungener Musiktheaterstart in die neue Spielzeit mit viel Witz, Energie, Geschlossenheit, Einfühlungsvermögen und handwerklichem Können



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Produktionsteam

Musikalische Leitung
Daniel Inbal

Inszenierung
Alexander May

Bühne
Etienne Pluss

Kostüme
David Gonter

Choreinstudierung
Markus Lafleur

Dramaturgie
Ralf Waldschmidt
Alexander Wunderlich

 

Opernchor des Theater Osnabrück

Osnabrücker Symphonieorchester


Solisten

*Besetzung der Premiere

Sarastro
José Gallisa

Tamino
Daniel Wagner

Alter Priester
*Rhys Jenkins /
Genadijus Bergorulko

Erster Priester
Hans-Hermann Ehrich

Zweiter Priester
Genadijus Bergorulko

1. Geharnischter
Hans-Hermann Ehrich

2. Geharnischter
Genadijus Bergorulko

Königin der Nacht
*Marie-Christine Haase /
Íride Martínez

Pamina
Erika Simons

1. Dame
Lina Liu

2. Dame
Susann Vent-Wunderlich

3. Dame
Gabriella Guilfoil

Die Drei Knaben
Orpheus Jeremia Bothmann /
*Jannik Breulmann /
Luca Maaskerstingjost /
*Jakob Fullick /
Jan-Erik Imort /
Jacob Marek /
*Henri Flöttmann /
Aaron Stolzmann /
Georg Reinkemeier
(Solisten des Knabenchores Gütersloh)

Papageno
Jan Friedrich Eggers

Ein altes Weib/Papagena
Caroline Bruker

Monostatos
Mark Hamman




Weitere Informationen
erhalten Sie vom
Theater Osnabrück
(Homepage)





Da capo al Fine

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