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Veranstaltungen & Kritiken Musikfestspiele |
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Klangvokal 2026 Musikfestival Dortmund 15.05.2026 - 13.06.2026
Pene Pati & Il Pomo d'Oro in italienischer Sprache Aufführungsdauer: ca. 2 h (eine Pause) Aufführung im Reinoldihaus Dortmund am 29. Mai 2026, 19.30 Uhr |
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Ein Hauch von Neapel und dem Meer Von Thomas Molke / Fotos: © Karen Elias Pene Pati gehört zu der internationalen Riege der jungen aufstrebenden Tenöre. Nachdem der 1987 in Samoa geborene und in Neuseeland aufgewachsene Pati zunächst als Rugby-Spieler in der Schulmannschaft begonnen hatte, entdeckte er sehr schnell seine Liebe zum Gesang und gewann beim Opernwettbewerb Operalia von Plácido Domingo und beim Gesangswettbewerb Neue Stimmen während seines Studiums besondere Preise. Nach seinem Debüt an der San Francisco Opera 2016, dem weitere Stationen an die großen Opernhäuser der ganzen Welt folgten, wurde er 2022 als Newcomer des Jahres ausgezeichnet und erhielt 2025 für seine zweite CD Nessun Dorma den OPUS Klassik in der Kategorie "Beste solistische Einspielung Gesang". In seinem dritten Album widmet er sich traditionellen neapolitanischen Liedern, die Antonello Paliotti für fünf Streicher, Gitarre und Mandoline neu arrangiert hat, und tourt nun mit Musikerinnen und Musikern des renommierten Ensembles Il Pomo d'Oro mit diesem Programm durch die Konzertsäle Europas. Dabei macht er auch Zwischenhalt im Reinoldihaus Dortmund beim Klangvokal Musikfestival. Pene Pati Die neapolitanischen Canzoni, die dort seit dem frühen 19. Jahrhundert eine musikalische Tradition zwischen Straße und Bühne haben, wurden in Neapel meistens nur von einem Instrument begleitet. Dabei handelte es sich in der Regel um eine Gitarre oder Mandoline für die Straßenmusik oder ein Klavier. Der 1963 in Neapel geborene Gitarrist Antonello Paliotti hat einen Teil dieser Lieder nun für ein kleines Salonseptett kammermusikalisch ausgearbeitet und dabei die historische Aufführungspraxis nicht rekonstruiert, sondern vielmehr in eine gegenwärtige Klangsprache überführt. Dabei gehen die einzelnen Lieder und Nummern teilweise ineinander über und werden von Instrumentalstücken verbunden, die Paliotti nicht nur arrangiert, sondern teilweise auch selbst komponiert hat. Der Abend ist dabei in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil gehört der Nacht und ist mit "Canzoni di Notte" überschrieben, der zweite Teil widmet sich unter dem Titel "Canzoni di Giorno" dem Tag. Hervorzuheben ist hierbei vor allem Patis stimmliche Variationsfähigkeit. So findet er je nach Stimmung des einzelnen Liedes sehr weiche, warme Töne und bricht an anderen Stellen in klassischen italienischen Schmelz aus, wobei die hohen Töne eine enorme Strahlkraft besitzen und in wunderbarer Klarheit den Raum erfüllen. Da hat man das Gefühl, dass hier ein "wahrer Neapolitaner" am Werk ist. Als solcher fühle er sich auch bei diesem Programm, erklärt Pati dem Publikum zum Ende des Programms hin, wenn er auf seine Wurzeln hinweist, die eigentlich eine ganz andere Karriere für ihn vorgesehen hätten. Aber die Musik sei es, die die Menschen im Herzen verbinde und dazu führe, dass er, obwohl Italienisch, oder vielmehr der neapolitanische Dialekt, nicht Patis Muttersprache sei, ihn dennoch zu einer Art Neapolitaner werden lasse. So interpretiert Pati die einzelnen Songs mit einer enormen Authentizität. Die tropischen Temperaturen am Tag des Konzertes und im Saal lassen dabei ein Gefühl von einem warmen Sommerabend in Neapel entstehen. Wenn dann draußen ein aufziehendes Gewitter in den Klang des sanft fließenden Meeres einbricht, muss auch Pati beim Vortrag auf der Bühne schmunzeln. Pene Pati mit dem Ensemble Il Pomo d'Oro und Antonello Paliotti (rechts an der Gitarre) Das Ensemble Il Pomo d'Oro erweist sich als kongenialer Partner für die musikalische Begleitung und unterstreicht in teils variierenden Begleitungen das neapolitanische Gefühl. Neben zahlreichen mehr oder weniger bekannten neapolitanischen Canzoni darf natürlich auch das wohl berühmteste Lied nicht fehlen: "'O Sole mio" von Eduardo di Capua und Alfredo Mazzucchi. Aber auch für diesen Song, der wohl zum Standardrepertoire eines jeden Tenors zählen dürfte, findet Pati in dem Arrangement von Paliotti eine Lesart, die man so vielleicht noch nicht gehört hat. Pati beginnt die ersten Töne a cappella, bevor nacheinander die einzelnen Instrumente sehr verhalten einsetzen. Dabei bleibt der Tonfall absolut filigran und melancholisch und hebt nicht in ein tenorales Schmettern ab. Pati erklärt zuvor, dass er der Meinung sei, dass diese Lesart der Intention eher entspreche. Das Publikum zeigt sich sichtlich bewegt. Nach einer eindrucksvollen "Tarantella storta", die Paliotti für das Ensemble Il Pomo d'Oro komponiert hat und in der das Ensemble die ganze Modernität der neapolitanischen Musik beweist, folgt noch das schmissige "Funiculì funiculà" als Abschluss eines durchweg bewegenden Programms. Zuvor hat Pati bei der Tarantella noch die Kastagnetten geschwungen. Natürlich lässt das begeisterte Publikum Pati und Il Pomo d'Oro nicht ohne Zugaben gehen. Die ersten beiden Zugaben bleiben dann auch im Rahmen des Programms. Pati startet mit dem Lied "Caruso" von Lucio Dalla, das dieser 1986 als Hommage an den legendären Tenor Enrico Caruso komponierte und das später von zahlreichen Tenören ins Repertoire übernommen wurde. Auch Pati stellt unter Beweis, dass er den passenden Schmelz in der Stimme hat, damit dieser Song beim Publikum unter die Haut geht. Als zweite Zugabe steht dann ein weiteres Lied von Eduardo di Capua auf dem Programm: "I' te vurria vasà". Auch hier begeistert Pati mit eindringlicher Interpretation. Da das Publikum den Sänger danach immer noch nicht gehen lassen will, hat er zum Abschluss noch ein Lied aus seiner Heimat Samoa mitgebracht, das ihm sein Vater vorgesungen habe, als er noch ein Kind gewesen sei, und das ihn sehr geprägt habe. Es handelt von einem Vogel, der von Insel zu Insel fliegt und das Glück besitzt, jederzeit an den Ort des Anfangs zurückkehren zu können. In Pati löse dieses Lied eine gewisse Sehnsucht nach seiner Heimat aus, die er aufgrund seiner internationalen Karriere nur sehr selten besuchen könne. In diesem Lied stellt Pati unter Beweis, dass er auch über eine sehr bewegliche Kopfstimme verfügt, die die Melancholie des Liedes einfühlsam zum Ausdruck bringt. FAZIT Pene Pati und das Ensemble Il Pomo d'Oro entführen das Publikum auf eine betörende Reise in die Klangwelt Neapels. Weitere Rezensionen zum Klangvokal Festival Dortmund 2026
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AusführendePene Pati, Tenor Il Pomo d'Oro Antonello Paliotti, Gitarre,
Programm
Raffaele Calace
Gaetano Lama
Eduardo di Capua
Francesco Paolo Tosti
Francesco Buongiovanni
Mario Pasquale Costa
Francesco Paolo Tosti
Salvatore Gambardella
Antonello Paliotti
Enrico Cannio
Francesco Buongiovanni
Mario Pasquale Costa
Ermes Alessandro Mario
Mario Pasquale Costa
Francesco Paolo Tosti
Antonello Paliotti
Gaetano Lama
Francesco Paolo Tosti
Eduardo di Capua
Antonello Paliotti
Luigi Denza
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