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Rossini Opera Festival

Pesaro
11.08.2026 - 23.08.2026

Concerto di Belcanto

Matteo Mancini, Bariton
Giuseppe Toia, Bariton
Michele d'Elia, Pianoforte

Musik von Gioachino Rossini

In
italienischer Sprache

Aufführungsdauer: ca. 1 h 15' (keine Pause)

Aufführung im Teatro Rossini in Pesaro am 14. August 2026


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Rossini Opera Festival

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Buffo-Perlen von Rossini

Von Thomas Molke / Fotos: © Studio Amati Bacciardi (Rossini Opera Festival)

Matteo Mancini und Giuseppe Toia haben beide eine besondere Beziehung zu Pesaro. Mancini wurde hier 1998 geboren, und beide waren 2023 im Rahmen der Accademia Rossiniana in der alljährlichen Produktion von Il viaggio a Reims beim Rossini Opera Festival zu erleben. Mancini sang damals den Spanier Don Alvaro, Toia machte als Don Profondo vor allem in der berühmten Katalogarie "Io! Medaglie incomparabili" auf sich aufmerksam. Seitdem sind sie an zahlreichen Bühnen im In- und Ausland aufgetreten und kehren in diesem Jahr als Don Parmenione und Martino in Rossinis Farsa L'occasione fa il ladro nach Pesaro zurück. Doch das ist noch nicht alles. Gemeinsam bestreiten sie auch das erste Belcanto-Konzert im Teatro Rossini. Da sie als Baritone prädestiniert für das Buffo-Fach sind, haben sie ein "Best Of" der Buffo-Stücke von Rossini zusammengestellt.

Den Anfang macht Mancini mit der berühmten Kavatine des Figaro aus Il barbiere di Siviglia. Passend zur Geschichte inszeniert er auch seinen Auftritt und überlässt Michele d'Elia, der das Konzert am Pianoforte begleitet, zunächst allein die Bühne, um effektvoll nach den ersten gesungenen Tönen zu erscheinen. Mancini begeistert mit einer kraftvollen, klaren Stimme und einer großartigen Textverständlichkeit. Dabei spielt er die Selbstgefälligkeit des Figaro in der Szene wunderbar aus. Toia macht im Anschluss bei seinem ersten Auftritt direkt deutlich, dass ihm die Komik gewissermaßen in die Wiege gelegt zu sein scheint. So gibt er einen herrlich grantelnden Bartolo, der seinem Mündel Rosina klarmachen will, dass er sich nicht hereinlegen lässt. Neben profunden Tiefen begeistert Toia vor allem mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit in den Parlando-Stellen, wobei er die Atmung bühnenwirksam in die Szene mit integriert. Man fürchtet fast, dass der Doktor wirklich einen Herzinfarkt bekommt, wenn er sich dermaßen echauffiert.

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Matteo Mancini (rechts) und Giuseppe Toia (links) im Duett als Dandini und Don Magnifico

Es folgen Auszüge aus Rossinis La Cenerentola, wobei die beiden Partien Dandini und Don Magnifico wieder genau passend mit Mancini und Toia besetzt sind. Mancini hat erneut den Schalk im Nacken, wenn er sich als verkleideter Prinz Don Ramiro darüber amüsiert, wie er von den Töchtern Don Magnificos hofiert wird, und hat eine Riesenfreude daran, später die Bombe platzen zu lassen, dass er nur der Kammerdiener ist. Toia malt sich als Don Magnifico mit wunderbar gespielter Arroganz sein Leben am Hof aus, wenn eine seiner beiden Töchter den Prinzen geheiratet hat. Natürlich muss darauf das berühmte Duett "Un segreto d'importanza" folgen, in dem Magnifico wissen will, für welche Tochter sich der vermeintliche Prinz entschieden hat, stattdessen aber erfahren muss, dass er vom Kammerdiener an der Nase herumgeführt worden ist. Mancini spielt die Überlegenheit des Dandini mit großartiger Komik aus, während Toia sich als düpierter Don Magnifico in eine regelrechte Furie verwandelt. Erneut punkten beide auch in den wahnsinnig schnellen Parlando-Stellen.

Warum der Block mit Auszügen aus Rossinis erster Oper La cambiale di matrimonio von einer "Verschnaufpause" für die beiden Sänger unterbrochen wird, erschließt sich nicht wirklich. Ein wenig ausgeglichener wäre es gewesen, erst den kompletten Block von La cambiale di matrimonio zu bringen oder das Klavierstück voranzustellen. Michele d'Elia holt bei "La Pesarese" aus Rossinis Album pour les enfants dégourdis Unglaubliches aus den Tasten. Man hat das Gefühl, dass die Tasten dabei in einen Dialog treten. D'Elia lässt an einzelnen Stellen bewusste Pausen, die fast wie eine Kommunikation wirken. Die geschmeidige Melodieführung wird immer wieder von einer Art Fragezeichen einzelner Tasten unterbrochen. Das alles wird von d'Elia sehr einfühlsam umgesetzt.

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Schlussapplaus: von links: Matteo Mancini, Michele d'Elia und Giuseppe Toia

Nach dem Duett aus La cambiale di matrimonio folgen noch eine Arie des Taddeo aus L'italiana in Algeri und ein Block aus Rossinis Farsa L'inganno felice, der von einer Arie des Geronio aus Il turco in Italia unterbrochen wird. Hier macht die Unterbrechung allerdings Sinn, da Toia sonst zwei Arien hintereinander hätte singen müssen. Als Taddeo hat er ein paar Texthänger, die er gemeinsam mit d'Elia aber gekonnt in die Präsentation mit einbaut. Zur Sicherheit lässt er sich anschließend für die Arie des Geronio aber einen Notenständer auf die Bühne bringen und tritt mit Text auf, in den er bei der Darbietung allerdings nur sporadisch schaut. Die Besetzung in L'inganno felice hätte man nach den ersten beiden Duetten vielleicht genau andersherum erwartet. Hier tritt Mancini als Batone auf, der als Handlanger des Bösewichts Ormondo die schöne Fürstin Isabella einst beseitigen sollte und nun bei dem Bergmann Tarabotto erneut auf sie trifft. Das großartige Duett zwischen Batone und Tarabotto, in dem beide versuchen, einander das Geheimnis um Isabella zu entlocken, bildet einen krönenden Abschluss des Konzertes. Mancini und Toia begeistern nicht nur stimmlich und mit absolut klarer Diktion, sondern spielen die Szene auch mit großartigem Spielwitz aus.

Natürlich will das begeisterte Publikum die beiden nach dieser Wucht an Buffo-Perlen nicht einfach ziehen lassen. So präsentieren sie als Zugabe das Duett "Ah vieni al mio seno" aus L'equivoco stravagante, in dem der neureiche Bauer Gamberotto den wohlhabenden Buralicchio, den er für seine Tochter Ernestina als Bräutigam auserwählt hat, freudig als zukünftigen Schwiegersohn begrüßt.

FAZIT

Mancini und Toia begeistern mit Buffo-Perlen auf hohem musikalischem Niveau mit sehr viel Spielwitz.

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Ausführende

Matteo Mancini, Bariton

Giuseppe Toia, Bariton

Michele d'Elia, Pianoforte


Werke

Gioachino Rossini
Il barbiere di Siviglia
Kavatine des Figaro
"Largo al Factotum"
(Matteo Mancini)

Arie des Bartolo
"A un Dottor della mia sorte"
(Giuseppe Toia)

La Cenerentola
Kavatine des Dandini
"Come un'ape ne' giorni d'aprile"
(Matteo Mancini)

Arie des Magnifico
"Sia qualunque delle figlie"
(Giuseppe Toia)

Duett Dandini - Magnifico
"Un segreto d'importanza"
(Matteo Mancini - Giuseppe Toia)

La cambiale di matrimonio
Kavatine des Slook
"Grazie... grazie... Troppo presto"
(Matteo Mancini)

IV. Album pour les enfants dégourdis
5. La Pesarese

La cambiale di matrimonio
Duetto Mill - Slook
"Dite presto, dove sta"
(Giuseppe Toia - Matteo Mancini)

L'italiana in Algeri
Arie des Taddeo
"Ho un gran peso sulla testa"
(Giuseppe Toia)

L'inganno felice
Arie des Batone
"Una voce m'ha colpito"
(Matteo Mancini)

Il turco in Italia
Arie des Geronio
"Se ho da dirla, avrei molto piacere"
(Giuseppe Toia)

L'inganno felice
Duett Batone - Tarabotto
"Va taluno mormorando"
(Matteo Mancini - Giuseppe Toia)

 


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