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Rossini in Wildbad
Belcanto Opera Festival
23.07.2026 - 02.08.2026


Rossini & Co. I
Arien und Duette

Konzert der Teilnehmer der Masterclass von Filippo Morace

In italienischer Sprache

Aufführungsdauer: ca. 1 h 25' (keine Pause)

Aufführung im Königlichen Kurtheater am
25. Juli 2026

 

 

 

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Belcanto auf vielversprechendem Niveau

Von Thomas Molke / Fotos: © Rossini in Wildbad folgen

Die Konzerte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Meisterklassen haben sich seit einigen Jahren zu einem Geheimtipp beim Belcanto Opera Festival Rossini in Wildbad entwickelt, da man hier vielversprechende Nachwuchstalente erleben kann, bevor sie auf den Bühnen der Welt Erfolge feiern und auch gerne in größeren Partien zum Festival zurückkehren. Erinnert sei an dieser Stelle beispielsweise an Diana Haller, die vor drei Jahren zusätzlich mit dem Inge-Borkh-Gedächtnispreis ausgezeichnet wurde, und in diesem Jahr als Sémiramis in der konzertanten Aufführung der französischen Fassung von Rossinis gleichnamiger Oper zurückkehrt. Auch Patrick Kabongo, ehemaliger Preisträger des Internationalen Belcanto Preises, hat sich seit seinem Debüt in Bad Wildbad 2017 neben großen internationalen Erfolgen auch zu einer festen Institution in Bad Wildbad entwickelt. In diesem Jahr ist er als Gianetto in La gazza ladra und als Idrène in Sémiramis zu erleben. Auch Marina Viotti, weitere Preisträgerin des Internationalen Belcanto Preises, kehrt immer wieder gerne, sofern es ihr voller Terminkalender zulässt, nach Bad Wildbad in den Schwarzwald zurück, in diesem Jahr als Arsace in Sémiramis.

Finanziell möglich gemacht wird vieles durch großzügige Zuwendungen von Privatleuten und dem 2005 gegründeten Freundeskreis ROSSINI IN WILDBAD e. V. Ausgewählten jungen Künstlerinnen und Künstlern dieser Konzerte kann so ein Stipendium angeboten werden, das neben der Teilnahme an den Meisterklassen auch ein Rollenangebot für eine Opernaufführung in Bad Wildbad enthält. Da das Festival seit 2022 auf einen Zeitraum von 10 Tagen verdichtet werden musste, gibt es wie in den früheren Jahren zwei Meisterklassen mit zwei Abschlusskonzerten. Geleitet werden die Meisterklassen wie in den vergangenen Jahren von Filippo Morace und Raúl Giménez, der dem Festival in Bad Wildbad schon viele Jahre verbunden ist. Im ersten dieser beiden Konzerte präsentieren sich in diesem Jahr vier Sängerinnen und fünf Sänger, was eine wesentlich niedrigere Zahl als im Vorjahr ist, dabei die musikalische Qualität aber keineswegs schmälert. Geleitet wird die erste Meisterklasse von Filippo Morace, der in diesem Jahr mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern seiner Meisterklasse in der Opernproduktion L'occasione fa il ladro als Don Parmenione zu erleben ist.

Während ein Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Publikum aus besagter Farsa L'occasione fa il ladro und Le mariage en poste von Jean-Baptiste Weckerlin vertraut sein dürfte, erinnern sich vielleicht auch einige Besucherinnen und Besucher des vergangenen Jahres an den Tenor Davide Zaccherini, der schon 2025 an den beiden Meisterklassen teilgenommen und sich in den Abschlusskonzerten vorgestellt hat. Nach seiner überzeugenden Interpretation des Conte Alberto am Abend zuvor tritt er nun als Bauernjunge Nemorino aus Donizettis L'elisir d'amore auf und zeichnet die Partie mit weichem, beweglichem Tenor, der der Figur die erforderliche Naivität verleiht. Zunächst lässt er sich von Giovanni Accardi als Belcore übers Ohr hauen und für 20 Scudi für den Militärdienst verpflichten, weil er hofft, für das Geld den berühmten Liebestrank erwerben zu können, der ihm bei seiner Angebeteten Adina weiterhelfen soll. Dann präsentiert er mit tenoralem Schmelz die berühmte Arie "Una furtiva lacrima", in der er die Hoffnung auf Adina mehr oder weniger aufgibt. Während er sich in diesen beiden Passagen eher hilflos und verzweifelt präsentiert, zeigt er als Graf im Barbiere di Siviglia eine ganz andere Seite. Hier tritt er als vermeintlicher Musiklehrer Don Alonso auf, der in Vertretung Basilios der schönen Rosina eine Gesangsstunde geben will und dabei heimlich mit ihr die gemeinsame Flucht aus dem Haus des Vormundes Dottore Bartolo plant. Zaccherini führt mit herrlich näselnder Stimme in die Situation ein und begeistert durch komödiantisches Spiel.

Als Rosina lässt in dieser Szene Gaja Vittoria Pellizzari mit dunklem Mezzosopran aufhorchen, die am Abend zuvor als Dienstmädchen Ernestina in L'occasione fa il ladro begeisterte. Mit wunderbar übertriebenem Spiel führt sie die Gesangsstunde durch und versucht dabei, Giovanni Accardi als lästigen Vormund Bartolo in den Schlaf zu singen. Was die drei hierbei szenisch abliefern ist neben den sauber gesungenen Läufen von Pellizzari absolut bühnenreif. Giovanni Accardi, der tags zuvor als Diener Martino in L'occasione fa il ladro andere um ihr Eigentum erleichtert hat, punktet nicht nur in der stummen Szene als Dottore Bartolo durch überbordende Komik. Auch als selbstverliebter Belcore, der dem naiven Nemorino den Militärdienst schmackhaft machen will, begeistert er mit beweglichem Bariton und ruft später im Konzert als Quacksalber Dulcamara im Duett mit Ilaria Monteverdi als Adina einige Lacher im Publikum hervor. Des Weiteren darf er sein komödiantisches Talent als Taddeo in Rossinis L'italiana in Algeri unter Beweis stellen und überzeugt auch hier mit flexiblen Läufen und großartiger Darstellung. Ilaria Monteverdi gibt sich als Adina im Duett mit Accardi ähnlich selbstbewusst wie tags zuvor als Berenice in L'occasione fa il ladro. Auch als Donna Anna begeistert sie im Rondo "Non mi dir, bell'idol mio" aus Mozarts Don Giovanni mit sauber angesetzten Koloraturen und weich fließenden Läufen.

Timóteo Bene Júnior kann in diesem Konzert wesentlich mehr zeigen, als ihm die kleine Partie des Don Eusebio tags zuvor in L'occasione fa il ladro ermöglicht hat. Er präsentiert die Kavatine des Don Narciso aus Rossinis Il turco in Italia und punktet mit kraftvollen Höhen und wunderbarer Diktion. Man merkt bei allen diesen Auszügen, dass die jungen Sängerinnen und Sänger bereits Bühnenerfahrung haben und auch kleinere Szenen mit großartigem Spielwitz umsetzen können.

Auch das Ensemble der Salonoper Le mariage en poste ist bei diesem Konzert vollständig zu erleben. Dmytro Voronov präsentiert die Kavatine des Figaro aus Rossinis Barbiere di Siviglia mit kraftvollem Bariton und wunderbarem Spiel. Erwan Fosset eröffnet den Abend mit der sehr anspruchsvollen Arie des Don Ramiro "Sì, ritrovarla io giuro" aus La Cenerentola und muss sich bei den Höhen ein wenig anstrengen. Vielleicht hätte man diese Nummer später im Programm präsentieren sollen. Immerhin hat Don Ramiro, wenn die Arie in der Oper kommt, schon eineinhalb Akte Zeit gehabt, sich richtig einzusingen. Juliette Amirault wirkt als Adina darstellerisch ein wenig blasser als Monteverdi im Duett mit Accardi, punktet aber mit sauber angesetzten Höhen. Die einzige "Unbekannte" in diesem Konzert ist die Sopranistin Fabiola Galati, die die große Schlussarie der Amina aus Bellinis La sonnambula präsentiert. Dabei legt sie den ersten Teil mit vollem, rundem Sopran an, der dazu führt, dass ihre Nummer von Zwischenapplaus unterbrochen wird. Für die Koloraturen und schnellen Läufe fehlt ihrer Stimme ein wenig die Beweglichkeit, an der sie noch weiter arbeiten muss, wenn sie sich für das Fach des Belcanto entscheidet. Mit ihrem kräftigen Sopran hat sie aber sicherlich auch die Möglichkeit, sich in einer anderen musikalischen Epoche zu entwickeln. Den Abschluss bildet das Finaletto "Di sì felice innesto" aus dem Barbiere, bei dem Amirault, Fosset und Voronov in die Partien der Rosina, des Grafen und Figaros schlüpfen, während die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer als großartiger Chor unterstützen. Alle Nummern werden von Gianluca Ascheri gewohnt souverän mit hoher Konzentration und großer Perfektion am Klavier begleitet, so dass es am Ende großen Beifall für alle Beteiligten gibt, in den sich auch Morace einreiht. Eine Zugabe lassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Masterclass wie im Vorjahr nicht entlocken..

FAZIT

Das Konzert bewegt sich musikalisch auf sehr hohem Niveau und lässt für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Meisterklasse auf eine große zukünftige Karriere hoffen.

Weitere Rezensionen zu Rossini in Wildbad 2026

Programm des Konzertes

Gioachino Rossini: La Cenerentola: Arie des Don Ramiro "Sì ritrovarla io giuro" (Erwan Fosset)

Gioachino Rossini: Il barbiere di Siviglia: Kavatine des Figaro "Largo al factotum della città" (Dmytro Voronov)

Vincenzo Bellini: La sonnambula: Schlussarie der Amina "Ah non credea mirarti" (Fabiola Galati)

Gioachino Rossini: Il turco in Italia: Kavatine des Don Narciso "Un vago sembiante" (Timóteo Bene Júnior)

Gaetano Donizetti: L'elisir d'amore:
Duett Nemorino - Belcore "Venti scudi..." (Davide Zaccherini, Giovanni Accardi)
Arie der Adina "Prendi, per me sei libero" (Juliette Amirault)

Gioachino Rossini: L'italiana in Algeri: Arie des Taddeo "Ho un gran peso sulla testa (Giovanni Accardi)

Gioachino Rossini: Il barbiere di Siviglia: Arie der Rosina "Contro un cor che accende amore (Gaja Vittoria Pellizzari, Davide Zaccherini, Giovanni Accardi)

Wolfgang Amadeus Mozart: Don Giovanni: Rezitativ und Rondo der Donna Anna "Crudele!... - Non mi dir, bell'idol mio" (Ilaria Monteverdi)

Gaetano Donizetti: L'elisir d'amore:
Arie des Nemorino "Una furtiva lacrima" (Davide Zaccherini)
Duett Adina - Dulcamara "Quanto amore!" (Ilaria Monteverdi, Giovanni Accardi)

Giaochino Rossini: Il barbiere di Siviglia: Finaletto "Di sì felice innesto" (Juliette Amirault, Erwan Fosset, Dmytro Voronov, Rest als Chor)


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Ausführende

Klavier
Gianluca Ascheri

Einstudierung
Gianluca Ascheri
Andrés Jesús Gallucci
Mattia Torriglia

Teilnehmer*innen der Masterclass
Giovanni Accardi, Bariton
Juliette Amirault, Sopran
Erwan Fosset, Tenor
Fabiola Galati, Sopran
Timóteo Bene Júnior, Tenor
Ilaria Monteverdi, Sopran
Gaia Vittoria Pellizzari, Mezzosopran
Dmytro Voronov, Bariton
Davide Zaccherini, Tenor

 

 


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