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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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![]() Oper in drei Akten Libretto von Joseph Méry und Camille du Locle Text und Musik von Albert Lortzing Uraufführung des Originals
Premiere in Wuppertal
Von Gerhard Menzel
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Fotos von Rudolf Finkes
Lortzing und die Revolution von 1848![]() Lortzing hatte die Ouvertüre als letztes komponiert, sie aber anscheinend nicht vollendet, jedenfalls ist sie in der autographen Partitur nur bis Takt 133 notiert. Diese Tatsache wird hier mit dem brutalen und persönlichen Ereignis der Revolution verknüpft.
Obwohl der politische Hintergrund der Geschichte durchaus erkennbar bleibt, konzentriert sich die Aufmerksamkeit sehr schnell auf die Titelheldin, die Fabrikantentochter Regina, und deren abgewiesenen Liebhaber, den Werkmeister Stephan.
Aus dem Sängerensemble ragt vor allem die phänomenale Inez Krome in der Titelpartie heraus. Ihre wandlungsfähige und flexible Stimme, ihre musikalische Ausdruckskraft und Gestaltung und ihr überwältigender darstellerischer Einsatz machen sie zur Attraktion des Abends.
Ein besonderes Lob dagegen verdient Nandor Ronay und der Chor und Extrachor des Musiktheaters Gelsenkirchen. Sie wirkten nicht nur musikalisch präsent und überzeugend, sondern konnten sich auch im darstellerischen Bereich profilieren.
Neben handgreiflicher Vergewaltigung sorgen komödiantische und skurrile Szenen für abrupte Gefühlswechsel. Auf jeden Fall ist die Personenführung handwerklich perfekt, das Timing stimmt und - zumindest darstellerisch - sind die Protagonisten immer präsent. Ihre erste Aufführung erlebte Regina übrigens am 21. März 1899 an der Königlichen Oper in Berlin, jedoch in einer stark bearbeiteten Fassung von Adolph L'Arronge. Eine weitere Bearbeitung stammt von Wilhelm Neef und kam 1953 in Rostock heraus. 1981 stellte Frieder Reininghaus in Oberhausen seine Version von Regina vor, die sich aber immer noch weit von Lortzings Original entfernte. In Gelsenkirchen kam nun endlich die ursprüngliche Version Lortzings zur Aufführung, so wie sie in der autographen Partitur und dem autographen Textbuch überliefert ist. Daher ist diesmal das Etikett Uraufführung wirklich gerechtfertigt. Auch zu diesem Thema gibt es im Foyer des Grossen Hauses des Musiktheaters Gelsenkirchen eine sehr informative und sehenswerte Ausstellung zu sehen.
Lortzing auf den Barrikaden - Eine sehenswerte Ausstellung und eine grandiose Inszenierung mit einer phantastischen Titelheldin.
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GE - Uraufführung des Originals in Gelsenkirchen am 14.3.98
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild und Kostüme
Choreinstudierung
Dramaturgie
Wissenschaftliche Mitarbeit
Solisten
Simon, Fabrikbesitzer
Regina, seine Tochter
Richard, Geschäftsführer bei Simon
Stephan, Werkmeister bei Simon
Kilian, Bediensteter bei Simon
Wolfgang, Anführer der Freischar
Beate, Bedienstete bei Simon
Barbara, Kilians Mutter
Ein Freischärler
Statisterie des Neue Philharmonie Westfalen (GE)
Sinfonieorchester Wuppertal
(W)
Weitere Aufführungen
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und im Foyer des Opernhauses Wuppertal |