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Musikfestspiele
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Internationale Händel-Festspiele Göttingen
14.05.2026 - 25.05.2026


Von Thomas Molke / Fotos: © FreddieF und Theodoro da Silva

Was am 26. Juni 1920 im Göttinger Theater mit Händels Oper Rodelinde begann, löste in den Folgejahren eine regelrechte "Händel-Renaissance" aus. Mittlerweile finden in drei Städten in Deutschland alljährlich Händel-Festspiele statt. Nachdem Karlsruhe im Februar den Anfang gemacht hat, geht es im Mai in Göttingen weiter, bevor dann Händels Geburtsstadt Halle an der Saale den Abschluss bildet. Der künstlerische Leiter George Petrou, der seinen Vertrag vorzeitig bis 2031 verlängert hat, und der geschäftsführende Intendant Jochen Schäfsmeier, der seine Amtszeit gemeinsam mit Petrou begonnen hat und jetzt mindestens bis Ende 2028 im Amt bleiben wird, widmen sich in diesem Jahr bei den Festspielen in Göttingen unter dem Motto "Verlockung" verschiedenen Gefahren und Chancen, die dieser Reiz auslösen kann. An 12 Festspieltagen rund um Christi Himmelfahrt und Pfingsten kommen in 96 Veranstaltungen rund 500 Künstlerinnen und Künstler in die Universitätsstadt an der Leine und bieten neben der Festspieloper, einem Oratorium und einem Galakonzert ein prall gefülltes Programm mit zahlreichen weiteren Konzerten, Vorträgen und Veranstaltungen für Kinder und die ganze Familie in und um Göttingen.

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George Petrou (© FreddieF)

Im Zentrum steht in diesem Jahr als Koproduktion mit dem Wexford Festival Opera in Irland Händels 42. und letzte Oper Deidamia. Da die Begeisterung 1741 für die große italienische Opera seria in London vorbei war, konnte Händel damit keinen großen Erfolg mehr feiern und widmete sich anschließend ausschließlich dem englischsprachigen Oratorium, was ihm erneut großen Ruhm in seiner Wahlheimat bescherte. Erzählt wird in der Oper die Geschichte der Tochter des Königs Lycomedes, der auf seiner Insel den als Mädchen verkleideten Achilles versteckt hält, damit dieser nicht in den Trojanischen Krieg ziehen muss. Doch Achilles' Verkleidung fliegt natürlich auf, zum einen, weil er sich in Deidamia verliebt, zum anderen weil Odysseus eine geschickte List anwendet. In der Titelpartie ist wie in Wexford Sophie Junker zu erleben. Für die Partien des Achilles und des listenreichen Odysseus hat man erneut den Starsopranisten Bruno de Sá und den Countertenor Nicolò Balducci engagiert. Die musikalische Leitung des FestspielOrchesters Göttingen und die Regie übernimmt der künstlerische Leiter George Petrou. Die Premiere findet am 15. Mai 2026 um 18.00 Uhr im Deutschen Theater Göttingen statt. (Weitere Aufführungen: 16. Mai 2026 um 18.00 Uhr, 18. Mai 2026 um 15.00 Uhr und 24. und 25. Mai 2026 jeweils um 17.00 Uhr)

Deidamia für alle als Oper auf der Leinwand gibt es in diesem Jahr erst am 4. September 2026 um 20.30 Uhr im Freibad Brauweg. Eine lieb gewonnene Tradition ist mittlerweile auch die Familienfassung der Festspieloper, die im Rahmen von "Händel 4 Kids!" am 25. Mai 2026 um 12.00 Uhr im Deutschen Theater Göttingen das jüngere Publikum an Händels Oper heranführen soll. Mit dabei ist natürlich auch wieder Juri Tetzlaff als Moderator.

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Das FestspielOrchester Göttingen (© Theodoro da Silva)

Eröffnet werden die Festspiele am 14. Mai 2026 um 19.00 Uhr in der Stadthalle Göttingen mit einem Galakonzert anlässlich des 20-jährigen Bestehens des FestspielOrchesters Göttingen. Neben Händels Feuerwerksmusik erklingen auch Kompositionen von Jean-Philippe Rameau und Johann Sebastian Bach. Die musikalische Leitung liegt natürlich in den Händen von George Petrou. In der anschließenden After-Show-Party spielen dann verschiedene Folk- und Jazzbands auf, in denen die Mitglieder des FestspielOrchesters ihre musikalische Vielseitigkeit zeigen können.

Ein weiterer musikalischer Höhepunkt dürfte das Oratorium Messiah sein, das am 23. Mai 2026 um 19.30 Uhr in der Stadthalle Göttingen mit dem NDR Vokalensemble und Ana Maria Labin (Sopran), Lena Sutor-Wernich (Mezzosopran), Ru Charlesworth (Tenor) und Drew Santini (Bariton) aufgeführt wird. Auch hier übernimmt Petrou die musikalische Leitung des FestspielOrchesters. Bruno de Sá gestaltet außerdem mit Dorothee Oberlinger und ihrem Ensemble 1700 ein Stiftungskonzert in der historischen Aula der Universität am 22. Mai 2026 um 19.00 Uhr.

Hingewiesen sei auch auf die neunte Ausgabe der göttingen händel competition, einem Wettbewerb, bei dem junge Musikschaffende in kreativen Konzertformaten Alte Musik neu zu entdecken versuchen. Als 1. Preis winken ein Auftritt beim Preisträgerkonzert am 21. Mai 2026 um 17.00 Uhr in der St. Albani Kirche und ein Preisgeld von 5000 Euro. Die Vorrunde findet am 18. Mai 2026 um 10.00 Uhr in der Aula der Universität statt, die Finalrunde einen Tag später um die gleiche Zeit.

Das komplette Programm ist unter Händel-Festspiele abrufbar.

 

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Rezension:

 

 

Deidamia

 



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