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Veranstaltungen & Kritiken Musiktheater |
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Zwischen Schein und Sein Von Thomas Molke / Fotos: © Sandra Then Am 25. Oktober 2025 hat sich der Geburtstag des "Walzerkönigs" Johann Strauss zum 200. Mal gejährt. Anlässlich des Jubiläums hat sich das Aalto Musiktheater entschieden, als Koproduktion mit Johann Strauss 2025 Wien eines seiner erfolgreichsten Bühnenwerke auf den Spielplan zu stellen: Wiener Blut. Dabei handelt es sich bei dieser Operette allerdings gar nicht um ein originäres Werk von Strauss, weil das Stück eigentlich gar nicht so von ihm komponiert worden ist. Kurz nach seinem Tod beschloss man nämlich auf Drängen seiner geschäftstüchtigen dritten Ehefrau Adele, aus zahlreichen bisher komponierten Walzern, Polkas und Quadrillen ein Pasticcio erstellen zu lassen. Der damalige Kapellmeister am Theater an der Wien, Adolf Müller jun., arrangierte Auszüge aus mindestens 31 unterschiedlichen Werken, für die die beiden Librettisten Victor Léon und Leo Stein eine Handlung erfanden. Ein großer Erfolg war der Uraufführung am 26. Oktober 1899 nicht beschieden, was den damaligen Impresario Franz Jauner mit dem anschließenden Bankrott seines Theaters sogar in den Selbstmord trieb. Zu viele sahen in dem Stück eine unmoralische, kommerzielle Verwertung des Strauss'schen Nachlasses. Erst bei der Wiederaufnahme 1905 im Theater an der Wien konnte das Werk das Publikum überzeugen und entwickelte sich über die Jahre zu einem Kassenschlager, der einen Siegeszug um die ganze Welt antrat. Nicht zuletzt das eingängige Titellied "Wiener Blut" gehört zu den Klassikern, die man mit der großen Wiener Operette verbindet. Verwirrung in der Villa des Grafen Zedlau (hier: Clemens Kerschbaumer, links, mit Franziska Cagliari (hier: Natalia Labourdette, links), Fürst von Ypsheim-Gindelbach (Stefan Stoll, rechts) und Gabriele Zedlau (Raffaela Lintl, rechts)) Die Handlung ist so "operettig", wie eine gute Wiener Operette nur sein kann. Graf Balduin Zedlau ist im Rahmen des Wiener Kongresses als Botschafter des sächsischen Kleinstaates Reuß-Schleiz-Greiz nach Wien gekommen, um an der Neuvermessung Europas teilzunehmen. Dort führt der Sachse ein feucht fröhliches Leben mit der Wiener Tänzerin Franzi Kagler, die sich im Etablissement Franziska Cagliari nennt, während seine Gattin, die Wienerin Gabriele, die Zeit auf dem Land verbringt. Mittlerweile ist er auch seiner Geliebten überdrüssig geworden und hat sich in die Probiermamsell Pepi Pleininger verguckt, die jedoch eigentlich mit seinem Kammerdiener Josef liiert ist. Als der Premierminister von Reuß-Schleiz-Greiz, Fürst von Ypsheim-Gindelbach, vom skandalösen Lebenswandel des Grafen hört, kommt er sofort nach Wien, um ihn zur Raison zu bringen, trifft in der Villa aber sowohl auf Gabriele als auch auf Franziska. Da er Gabriele für Balduins Geliebte hält, gibt er sie kurzerhand als seine eigene Gattin aus, um einen Skandal zu vermeiden, macht die Verwirrung dadurch aber noch größer. Auf dem Ball des Fürsten Mitrowski werden beim Walzertanz die Paare erneut durcheinander gewürfelt, da Pepi in Franziskas Kostüm als Tänzerin geschlüpft ist. Während sich Pepi aus Wut auf Josef auf ein Rendezvous mit dem Grafen beim Heurigen in Hietzing einlässt, beschließen Gabriele und Franziska, die sich mittlerweile angefreundet haben, dort ebenfalls in Begleitung aufzutauchen und sich am Versteckspiel in unterschiedlichen Lauben zu beteiligen. Der Graf erkennt schließlich, dass er seine Gattin doch noch liebt, und will seiner Ehe eine zweite Chance geben. Josef verzeiht seiner Pepi das amouröse Abenteuer, und auch Franziska erkennt schließlich: Schuld war nur das "Wiener Blut". Kammerdiener Josef (Boris Eder) und Pepi Pleininger (hier: Ks. Christina Clark)
Das Regie-Team um Nikolaus Habjan hat sich entschieden, das Strauss-Jubiläum
würdig zu begehen, und die abstruse Geschichte mit viel Liebe für den
sprichwörtlichen "Wiener Schmäh
Fürst von Ypsheim-Gindelbach (Stefan Stoll) hält
Gabriele Zedlau (Raffaela Lintl) für die Geliebte des Grafen.
Verwirrspiel beim Heurigen in Hietzing: von
links: Fürst von Ypsheim-Gindelbach (Stefan Stoll), Gräfin Zedlau (Raffaela
Lintl), Pepi (hier: Ks. Christina Clark), Graf Zedlau (hier: Clemens
Kerschbaumer), Franziska (hier: Natalia Labourdette) und Josef (Boris Eder) FAZIT
Wer klassische Operette mag, kommt bei der Inszenierung visuell und musikalisch
im Aalto Theater trotz kleinerer Längen in der Handlung auf seine Kosten.
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Produktionsteam
Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühne
Kostüme
Kostümassistenz
Licht
Szenische Einstudierung
Choreographie
Choreinstudierung Textfassung
Dramaturgie
Essener Philharmoniker Opernchor des Aalto-Theaters Compagnie des Aalto Ballett Essen Solistinnen und Solisten*rezensierte Aufführung Fürst von Ypsheim-Gindelbach,
Premierminister
Graf Balduin Zedlau
Gräfin Gabriele Zedlau
Kammerdiener Josef
Fürst Mitrowski
Franziska Cagliari Kagler, Vater von Franzi
Pepi Pleininger
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