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Musikfestspiele
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49. Tage Alter Musik in Herne

13.11.2025 - 16.11.2025


Von Thomas Molke

Zum mittlerweile 49. Mal finden im November an einem verlängerten Wochenende die Tage der Alten Musik in Herne statt, die von der Stadt gemeinsam mit dem Kulturradio WDR 3 ausgerichtet werden. Als 1976 der damalige Kulturdezernent der Stadt Herne, Joachim Hengelhaupt, die Idee hatte, eine Ausstellung von Musikinstrumenten für das Repertoire der Alten Musik mit Konzerten in historischer Aufführungspraxis zu verknüpfen, hat wahrscheinlich niemand damit gerechnet, dass sich daraus ein kleines Musikfestival entwickeln würde, das mittlerweile Kultstatus besitzt. Der künstlerische Leiter des Festivals, Dr. Richard Lorber, hat als diesjähriges Motto "Die Welt und wir" gewählt und stellt in insgesamt 10 Konzerten die Frage nach der "kulturellen Aneignung vom Mittelalter bis zur Moderne".

Ein Beispiel ist die italienische Oper, die sich als Importartikel im England des 18. Jahrhunderts schnell zu einer elitären Angelegenheit entwickelte, so dass eine Karikatur nicht lange auf sich warten ließ. Die berühmte Beggar's Opera von Johann Christoph Pepusch und John Gay leitete den Niedergang der Barockoper in England ein. In der Fortsetzung Polly gingen die beiden ein Jahr später sogar noch weiter und verlagerten die Handlung in die Karibik als Kritik am britischen Kolonialismus und den Auswirkungen des Finanz-Crashs der South Sea Bubble. Die lautten compagney unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Katschner kombiniert diese Ballad Opera nun mit originaler Punta-Musik aus der Karibik. Dazu arbeitet Katschner mit Pen Cayetano, der als Legende des karibischen Punta Rock bezeichnet werden kann, und dem Garifuna Collective aus Belize zusammen. Die Aufführung findet am 14. November 2025 um 20.00 Uhr im Kulturzentrum Herne statt.

Einen Tag später folgt am 15. November 2025 um 19.00 Uhr im Kulturzentrum mit Il Totila von Giovanni Legrenzi ein einmaliges venezianisches Opernjuwel aus dem 17. Jahrhundert, das im Karneval 1677 eine bombastische Uraufführung mit Schlachtszenen, Elefanten und 150 Trompetern auf der Bühne erlebte. Erzählt wird die Geschichte vom Ostgoten-König Totila, der gegen seinen Widersacher, den byzantinischen General Belisar, Rom eroberte. Das historische Thema und die Figuren aus exotischen Kulturen dienten damals allerdings nur als Versatzstücke für Herrschersatire und Zeitkritik zwischen Heldentum, Komik und übertriebenen Leidenschaften. Die musikalische Aufführung wird vom Ensemble Nuovo Aspetto unter der musikalischen Leitung von Luca Quintavalle begleitet.

Den Abschluss bildet dann am 16. November 2025 um 19.00 Uhr im Kulturzentrum Antonio Salieris La grotta di Trofonio. Die Oper spielt an einem Orakel-Ort im antiken Griechenland und erzählt eine Legende, die von Pausanias überliefert worden ist. Dabei bewegt sie sich allerdings im satirischen Fahrwasser von William Shakespeare und präsentierte sich bei der Uraufführung um 1780 in Wien mit allerlei zu dieser Zeit beliebter Esoterik und Pseudo-Zauberei. Salieri zeigt in der Partitur die ganze Vielfalt seiner musikalischen Phantasie, die durch Mozart und Salieris Diffamierung ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Anlässlich des 200. Todesjahres des Komponisten soll dem Werk in Herne mit der Neuinterpretation durch die Hofkapelle München unter der musikalischen Leitung von Rüdiger Lotter wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Nikolay Borchev und Jonas Müller sind als Zauberer Trofonio und Kaufmann Aristide, Maria Hegele und Annija Adamsone als dessen Töchter Ofelia und Dori zu erleben. In der Grotte des Trofonio kommt es mit den beiden Verlobten der beiden jungen Damen, Artemidoro und Plistene, die von Jan Petryka und Jorge Navarro Colorado interpretiert werden, zu allerhand amourösen Verwicklungen.

Weitere Konzerte, die live oder zeitlich versetzt in WDR 3 übertragen werden, ergänzen vom 13. bis zum 16. November 2025 das Programm, das komplett hier abrufbar ist.

 

 

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