|
Veranstaltungen & Kritiken Musikfestspiele |
|
|
Opernfestspiele Heidenheim06.06.2026 - 26.07.2026
Von Thomas Molke Marcus Bosch (links) mit der 2011 gegründeten Cappella Aquileia. (© Franca Wrage) Als eines der ältesten Festivals in Deutschland locken in diesem Jahr die Opernfestspiele Heidenheim zur 62. Saison Zuschauerinnen und Zuschauer von nah und fern in das beschauliche Städtchen an der Brenz, um im ehemaligen Rittersaal des Schlosses Hellenstein unter freiem Himmel Opern und Konzerte zu erleben. Eine Besonderheit ist hier, dass in unmittelbarer Nähe zum Rittersaal 2009 das Congress Centrum als Festspielhaus gebaut wurde, und bei Regen die für den Rittersaal geplanten Aufführungen quasi eins zu eins übertragen werden können. Marcus Bosch, Festivalleiter und gebürtiger Heidenheimer, dessen Vertrag mittlerweile bis 2030 verlängert worden ist, hat das diesjährige Festival unter das Motto "MachtMenschen" gestellt. Im Zentrum stehen dabei zwei Oper von Giuseppe Verdi, die beide auf Dramen von William Shakespeare beruhen, den Bosch als "großen Sezierer menschlicher Machtmechanismen" bezeichnet. Nach Meinung von Bosch habe es keiner so wie Verdi verstanden, die psychologischen Abgründe von Shakespeares Figuren derart effektiv in Klang zu fassen. Freilichtbühne im ehemaligen Rittersaal des Schlosses (© Oliver Vogel) Den Anfang macht Verdis spätes Meisterwerk Otello, das er im Alter von 74 Jahren auf ein Libretto von Arrigo Boito schuf. Die Premiere findet am 3. Juli 2026 um 20.00 Uhr im Rittersaal im Schloss Hellenstein statt (bei schlechten Witterungsverhältnissen im Festspielhaus CCH). Das Drama zeigt einen "Machtmenschen", dessen Achillesferse die Liebe zu seiner Frau ist und der durch Manipulation, Angst und Misstrauen zerstört wird. Inszeniert wird diese Produktion von Rosetta Cucchi, die sich zuletzt mit der Vertonung des gleichen Themas von Gioachino Rossini beim Rossini Opera Festival in Pesaro auseinandergesetzt hat. In Heidenheim war sie als Regisseurin mit Puccinis Madama Butterfly vor zwei Jahren zu Gast. Das Bühnenbild gestaltet Matthias Kronfuss. Für die Kostüme zeichnet wie schon bei Madama Butterfly Claudia Pernigotti verantwortlich. Die musikalische Leitung der Stuttgarter Philharmoniker liegt selbstverständlich in den Händen von Marcus Bosch. (Weitere Termine: 10., 11., 17., 24. und 25. Juli 2026 jeweils um 20.00 Uhr) Das Festspielhaus Congress Centrum in Heidenheim gegenüber vom Schloss (© Günther Bayerl) Fortgesetzt wird im Festspielhaus Congress Centrum der 2016 begonnene Zyklus mit Verdis Frühwerken in chronologischer Reihenfolge. In diesem Jahr steht Verdis zehnte Oper Macbeth auf dem Programm. Sie entstand in den so genannten "Galeerenjahren", in denen Verdi nach seinem ersten großen Erfolg mit Nabucco jeden Auftrag annahm, so dass er bis zum Rigoletto 1851 13 Opern komponierte. Das Werk wurde 18 Jahre später für eine Aufführung in Paris noch einmal gründlich von Verdi überarbeitet. Neben einem eingefügten Ballett nahm er zahlreiche Änderungen vor. Im Repertoire ist in der Regel immer die zweite Fassung zu erleben, meistens allerdings ohne die Balletteinlage. Da man in Heidenheim an der chronologischen Reihenfolge festhält, steht hier natürlich die Urfassung von 1847 auf dem Programm. Regie führt erneut Andreas Baesler, der bereits vor zwei Jahren Alzira in Szene gesetzt hat und bei dieser Produktion neben dem Bühnenkonzept auch noch für die Kostüme verantwortlich zeichnet. Musikalisch begleitet wird die Produktion von der Cappella Aquileia unter der Leitung von Marcus Bosch. Die Premiere findet am 16. Juli 2026 um 19.30 Uhr im Festspielhaus statt. Eine weitere Aufführung folgt am 18. Juli 2026 um die gleiche Zeit. Neben zahlreichen Konzerten und anderen Formaten darf auch das Programm für das junge Publikum nicht fehlen. In diesem Jahr feiert am 24. Juni 2026 um 18.00 Uhr im Margarethe-Hannsmann-Saal in der Stadtbibliothek das Musiktheaterstück Holle! von Sebastian Schwab, Kai Weßler und Suse Pfister Premiere. Weitere Termine folgen am Vormittag und Nachmittag bis zum 5. Juli 2026. Das vollständige Programm der Festspiele finden Sie hier. |
Rezensionen:
|
- Fine -